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Ralf Scheidler [rs]
Experte für Futter jeglicher Art mit Tendenz zum epischen Siechtum
8.5 Punkte
Mit ihrem neuesten Album liefern Falkenbach einen besonders krassen Fall von "back to the roots", denn eigentlich sollte das enthaltene Material dereinst das Debüt der Pagan-Institution darstellen. Da es nie soweit kam, schnappte sich der bisherige Solokünstler Vratyas nun kurzerhand Musiker von Vindsval und spielte sämtliche Songs neu ein - eine weise Entscheidung, wie wir noch sehen werden.

Musikalisch lässt sich "Heralding..." am ehesten mit dem regulären Erstling "En Their Medh Riki Fara" vergleichen. Passenderweise finden sich mit "Heathen Foray" und "Laeknishendr" denn auch gleich zwei Songs auf der Scheibe, die auf früheren Werken bereits in Urfassung vorlagen, anno 2005 jedoch eine gewaltige Frischzellenkur spendiert bekamen und nun mit ungleich mehr Details aufwarten können. Neben überarbeiteten Keyboardpassagen fällt hier vor allem auf, dass die Schlagzeugarbeit nun trotz unverkennbarer Drumsklavenursprünge um einiges organischer klingt und dem Gesamtsound etwas von der früheren Sterilität nimmt.
Das neue (alte) Material führt die eingeschlagene Linie konsequent fort: Geboten werden grösstenteils midtempo-lastige Hymnen, getragen von Keyboards und folkig angehauchten Leads, sowie dem klassisch-spröden Riffing, für welches Falkenbach mittlerweile eigentlich Patent anmelden könnten. Gelegentlich wird es im Verlauf der Songs dann auch mal treibend ("Of Forest Unknown"), ohne jedoch in Raserei abzudriften und spätestens mit „Heralder“ kommen auch Fans des eher getragenen Zweitwerkes „Magni...“ auf ihre Kosten.
Von dessen allzu homogener Struktur (die im letzten regulären Output noch mehr ins Auge fiel) ist in den vergleichsweise straffen Kompositionen auf „Heralding...“ noch nichts zu spüren – ganz im Gegenteil: Abseits endloser Wiederholungen gelingt es Falkenbach, durch erhabene Chöre, Akkustikpassagen und durchweg ansehnliche Breaks einen weiteren Schritt auf dem Weg zu Quorthon's verwaistem Thron zu tätigen. Zur Untermauerung dieser These sei auf Glanztaten vom Kaliber „Of Forest Unknown“, „Havamal“, „Walkiesjar“ und erwähntes "Heralder" verwiesen – in dieser Form war die Band jedenfalls schon lange nicht mehr.
Dazu kommt, dass das ohnehin starke Material von den genannten Neuerungen profitiert: Zum einen sorgt die Integration von „echten“Musikern für etwas mehr Dynamik und frischen Schwung; zum anderen wirken die Keyboardarrangements mittlerweile sehr ausgereift und vielseitig. Letzteres mag angesichts der Bearbeitungszeit zwar nicht ganz ungewöhnlich sein, es verleiht dem Gesamtbild der Platte jedoch spürbar mehr Tiefe und Eleganz.

Demzufolge gibt es an der neuen Referenz auch kaum etwas zu verbessern – „Heralding – The Fireblade“ ist eine überaus mitreissende, abwechslungs- reiche Paganscheibe, der lediglich die zwei bekannten Songs höhere Wertungsregionen vereiteln.
07.12.05 · 6550x gelesen 14 Kommentare


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Falkenbach - Heralding The Fireblade



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CD-Info
Genre: Pagan Viking Metal
Label: Napalm Records
Format: CD, Digi-CD
Release: 25.11.2005

Tracklist
1.  Heathen Foray
2.  Of Forests Unknown
3.  Havamal
4.  Roman Land
5.  Heralder
6.  Læknishendr
7.  Walkiesjar
8.  Skirnir
9.  Gjallar (Digipack-Bonustrack)

Mitwirkende
Boltthorn Schlagzeug
Hagalaz Bass Gitarre
Tyrann Gesang
Vratyas Vakyas Gesang Gitarre Keyboard


Diskographie
Falkenbach - Tiurida
Falkenbach
Tiurida
2011
Falkenbach - Heralding The Fireblade
Falkenbach
Heralding The Fireblade
2005
Falkenbach - Ok Nefna Tysvar Ty
Falkenbach
Ok Nefna Tysvar Ty
2003
Falkenbach - ...Magni Blandinn Ok Megintiri...
Falkenbach
...Magni Blandinn Ok Megi..
1999
Falkenbach - En Their Medh Riki Fara
Falkenbach
En Their Medh Riki Fara
1996

Interviews
Falkenbach
Der Suchende und das Sc..
07.03.2006

Band-Info
Falkenbach
Info-Seite

Falkenbach
Band-Homepage
http://www.falkenbach.de


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