Was lange währt, wird endlich gut


Interview mit Interment
Death Metal aus Schweden - Avesta
INTERMENT veröffentlichten dieser Tage ihr Debütalbum “Into The Crypts Of Blasphemy”. Und das satte 22 Jahre nach Bandgründung! Meiner bescheidenen Meinung nach ist der Band damit DAS Old School Death Metal Album des Jahres geglückt. Grund genug, Gitarrist/Sänger Johan Jansson mit einer paar Fragen zu löchern.

Hallo Johan! Zu Beginn eine einfache Frage: Warum mussten wir so lange auf euer Debütalbum warten? Es ist ein echter Killder!


Vielen Dank! Nun, wir waren halt nicht so aktiv und ziemlich faul über die Jahre. Seit 2002 sind wir wieder am Ball. Wir hatten Besetzungswechsel am Bass, zwei von uns wurden Vater und wir hatten viel um die Ohren mit unseren anderen Bands. Es fühlt sich nun jedoch toll an, dass wir unser erstes Album veröffentlichen konnten!

Ich denke, dass das Album ziemlich gute Reaktionen ernten konnte, oder? Wie lange habt ihr an dem Material geschrieben?

Ja, ich bin ziemlich überrascht über die sehr guten Reaktionen und Reviews. Das fühlt sich fantastisch an! Größtenteils ist das Material neu und wurde während des letzten Jahres geschrieben, doch manche der Riffs sind sehr alt. Wir fingen im letzten Herbst an, das neue Material zu proben und im Januar diesen Jahres gingen wir dann ins Studio.

Der Song „Morbid Death“ existiert nun schon seit euren Demo Zeiten. Kannst mir mehr darüber berichten? Warum habt ihr euch gerade für diesen Song entschieden?

Sowohl „Morbid Death“ als auch „Where Death Will Increase“ stammt aus Demo Zeiten. Der Grund, warum ich diese zwei Stücke auf dem Album haben wollte, ist der, dass es sich dabei um Klassiker handelt, die wir selbst sehr mögen und daher mit anderen teilen wollten. Wir spielten sie auch immer live und es war cool, sie neu aufzunehmen.

Ihr habt das Album mit Peter Bjärgö (CRYPT OF KERBEROS) aufgenommen. Was kannst du uns über den Aufnahmeprozess sagen? Ich denke, dass das Album wie die alten Klassiker des Genres klingt. Der typische Sunlight Sound eben! Wirklich toll!

Die Aufnahmen verliefen relativ locker, doch Alkohol spielte eine große Rolle während des Aufnahmeprozesses, was einige Probleme hervorrief. Doch wir bekamen das in den Griff und machten weiter und alles lief nach Plan. Bevor wir wirklich zufrieden waren, gab es dann noch einige Re-mixes und Re-masterings.

Ich wollte mit Peter im Erebus Odora Studio aufnehmen, weil ich dort vorher schon drei Alben mit meiner anderen Band UNCURBED aufgenommen habe und den Sound des letzten TYRANT Albums und der späten CRYPT OF KERBEROS Songs mag. Wir entschieden lange vorher, dass es so nah wie möglich an den schwedischen Death Metal Sound herankommen sollte und ich denke, wir sind verdammt nah dran!

Ihr brachtet ab den frühen Neunzigern (inklusive des BEYOND Demos) vier Demos heraus. Habt ihr euch nie gefragt, warum INTERMENT nie die große Beachtung gefunden hat wie beispielsweise eine Band wie DISMEMBER?

Das BEYOND Demo war von 1990 und 1991 folgte das erste INTERMENT Demo. Nein, ich denke wir waren einfach ein wenig zu spät dran. Zur selben Zeit sprossen schwedische Death Metal Bands wie Pilze aus dem Boden. Wir kämpften darum, einen Plattendeal zu ergattern und sandten unsere Demos an unzählige Labels. Ohne Erfolg. Die Plattenfirmen hatten einfach genug Bands dieser Stilrichtung unter Vertrag. Manche Labels machten sich nicht mal die Mühe, zu antworten. Und zu DISMEMBER…sie verdienten es mehr als wir.

In seinem Buch “Schwedischer Death Metal” sagt Daniel Ekeroth über euch, dass ihr definitiv eine der besten schwedischen Death Metal Bands aller Zeiten seid. Was gibt euch eine Aussage wie diese?

Natürlich ist es ein schönes Kompliment von ihm. Nun, was kann ich dazu sagen. Er ist ein langjähriger Freund von mir und wir spielen ja auch zusammen in DELLAMORTE.

Kannst du uns ein bisschen mehr über die Zeit erzählen, als ihr anfingt, diese Art von Musik zu spielen? Welche Erinnerungen verbindest du mit dieser Zeit? Erzähl uns ein wenig über die Musik, die Bands, die Leute und die Partys aus dieser Zeit!

Nun, wir waren ein Gruppe von Freunden, die Metal hörten, wir gingen zu Konzerten und tranken eine Menge Bier. Daraus entstand die Idee, zusammen Musik zu machen. Und zwar im örtlichen Jugendzentrum. Ich spielte damals in einer Thrash Metal Band namens HATRED, doch wir wollten stattdessen Death Metal spielen. In der Anfangszeit spielten wir vornehmlich Coverversionen von Bands wie BATHORY, CELTIC FROST, SLAYER, etc…doch nach einiger Zeit machten wir dann einige eigene Songs. Wir hatten verschiedene Bandnamen, bevor wir uns für BEYOND und später dann INTERMENT entschieden.

Die Szene hier war sehr gut Anfang der Neunziger. Bands unserer Heimatstadt waren: UNCANNY, ENTRAILS, FULMINATION, GREEDKICK, MOONDARK, UNCURBED, SGR, DEATH WARRANT und DELLAMORTE, um nur einige zu nennen. Wir fingen auch an, Konzerte zu veranstalten und Bands wie DISMEMBER, MERCILESS, SUFFER, HASTY DEATH, SORCERY, NO SECURITY, DISFEAR, CENTINEX und viele mehr spielten hier.

Welche Bands der schwedischen Death Metal Szene gehören zu deinen persönlichen Favoriten? Gibt es auch ein paar eher unbekannte Bands von heute, die du an dieser Stelle gerne erwähnen möchtest?

Das sind zu viele, um alle zu erwähnen, aber CREMATORY, AFFLICTED CONVULSION, CRYPT OF KERBERUS, NIHILIST, ENTOMBED, CARNAGE, DISMEMBER, GRAVE und MERCILESS sind meine persönlichen Lieblingsbands. Neue aufregende Bands, die ich empfehlen kann, sind: TRIBULATION, MORBUS CHRON, TORMENTED, BASTARD PRIEST, BOMBS OF HADES und CRUCIFYRE…

Nun haben wir so viel über die Vergangenheit gesprochen. Wie sieht es mit der Zunkunft von INTERMENT aus?

Ich bin bereit, neues Zeugs zu machen, damit die Flamme nicht erlischt. Vielleicht können wir nächstes Jahr eine EP veröffentlichen. Und eine neues Album. Mal sehen, wann wir dazu bereit sind. Aber ich denke, ihr habt dieses mal nicht so lange zu warten, hehe...

Na das will ich doch hoffen! Und wie sieht es mit Konzerten in Deutschland aus?

Wir werden eine kleine Europatour im November und Dezember machen. Dann werden wir natürlich auch mal einen Abstecher nach Deutschland machen. Mit auf Tour werden die Finnen von URN und die schwedischen DIABOLICAL sein. Die genauen Daten werden in der nächsten Zeit bekannt gegeben, also haltet eure Augen offen, falls ihr uns sehen und mit uns trinken wollt! Dann haben wir noch ein paar Festivals, auf denen wir nächstes Jahr spielen werden und hoffentlich kommen noch ein paar Konzerte oder Touren dazu. Ich freue mich echt darauf, mit INTERMENT auf Tour zu gehen, denn wir waren noch nie auf Tour bisher. Wir spielten erst zweimal außerhalb von Schweden und beide Male waren in Deutschland. Einmal das Party Sand und dann das Thunders over Miriquidi. Es ist also sehr aufregend, mehr Rotten Death in Europa zu verbreiten.

Wir freuen uns schon sehr darauf! So, das war es erstmal von meiner Seite aus. Ich danke dir für dieses Interview! Ich wünsche dir und INTERMENT alles Gute für die Zukunft! Die letzten Worte gehören natürlich dir!

Vielen Dank für dieses Interview, Stefan! Ich hoffe, dass alle echten Death Metal Fans unser Album mögen werden und unser Zeugs kaufen, haha…Ich hoffe, wir sehen uns auf der bevorstehenden Tour oder auf einem Festival. Checkt unsere website oder MySpace für Updates und kontaktiert uns, wenn wir irgendwo spielen und ein paar Wodkas trinken können!

Cheers from thy kingdom of Swedish Death!
/Johan & INTERMENT

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