All That Remains Misery Signals Textures & Gadget

All That Remains, Misery Signals, Textures & Gadget

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Leipzig, Conne Island
02.04.2007
Eine ganz schön bunter Haufen Bands, der sich heute Abend im Leipziger Conne Island breit macht. Zwar ist für Spandexhosen-Träger und Mischstil-Hasser wieder nix dabei, dafür kann man sich bei vollkommenem Miterleben dieses Packages damit brüsten, heute – vom Grindcore zum Melodic Metalcore – sehr abwechslungsreich beschallt worden zu sein. Erfreulicherweise ist der Club, trotz der nicht ganz so bekannten Namen, sehr gut gefüllt, und jede Band erntet positiven Zuspruch vom Publikum.
Den Anfang macht die schwedische Grindcore-Formation GADGET, die dem Großteil der Anwesenden wohl gänzlich unbekannt sein dürfte. Trotzdem lässt man sich von den 15 bis 20 zackig vorgetragenen schnörkellosen Hassbatzen so richtig zudröhnen. Auf Dauer wird die ganze Angelegenheit jedoch ansatzweise eintönig, was sicher auch an der zurückhaltenden Bühnenperformance liegen könnte.

In eine ganz andere Richtung gehen die niederländischen Prog-Thrasher TEXTURES. Ganz nah an die schwedischen Gitarrenkünstler MESHUGGAH angelehnt, wirft das Sextett eine quicklebendige und nicht wenig brutale Mischung aus Stakkatoriffs, abgefahrenen kompositorischen Karussellfahrten und einigen Metalcore-Anleihen unters Volk. In punkto Bühnenaction wird ebenfalls das volle Brett mit wehenden Haaren und wildem Posing aufgefahren. Logisch, dass nicht nur die anwesende Fangruppe von der Darbietung der Truppe aus dem flachen Nachbarland begeistert ist.
Sowohl musikalisch als auch optisch unmetallischer geht es mit den Amis MISERY SIGNALS weiter. In der Schnittmenge Metalcore/Post-Hardcore bieten sie eine energiegeladene Bühnenshow und eine tolle Live-Umsetzung der Songs des sehr gelungenen letzten Albums „Mirror“, welches das volle Programm aus Aggro-Shouts, feinen Gitarrenmelodien und bösartigen Breaks auffährt. Pünktlich dazu gibt’s auch den ersten richtigen Moshpit.

Richtig Gas geben auch ALL THAT REMAINS auf ihren ersten Headliner-Tour durch Europa. Vor allem Frontmann Phil Labonte präsentiert sich charismatisch, äußerst bewegungsfreudig und reißt sich irgendwann vor lauter Freude sein Shirt vom Leib, um nicht nur mit der Stimme, sondern auch mit seinem fitness-gestählten Luxuskörper anzugeben. Ob er damit etwas zu verbergen versucht? Während die Brüll- und Kreischparts markerschütternd und mächtig überzeugend rüberkommen, enttäuscht der gute Phil bei den cleanen Parts gegenüber der samtweich rüberkommenden Albumversion ein klein wenig.
Aufs Ohr gibt es einen kurzweiligen Querschnitt aus den beiden Alben „This Darkened Heart“ und „The Fall Of Ideals“, wobei der Schwerpunkt auf letztem Werk liegt. Die vor Spielfreude strotzende Band samt weiblicher Bassistin sorgt auch für mächtig Stimmung im Publikum, das beim Überhit „The Calling“ partiell selbst die Vocals übernimmt. Die eingängigen Songs machen live richtig Spaß, so sehr, dass alles nach nur einer Zugabe wieder viel zu schnell vorbei ist.

Fotos von Yvonne

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