Review: God Dethroned - Passiondale

Passiondale
God Dethroned
God Dethroned - Passiondale
GOD DETHRONED melden sich mit einem Paukenschlag im Jahr 2009 zurück, den ich zwar erhofft hatte, den ich dennoch nicht für möglich gehalten habe. Meine Annahme, dass die Holländer den auf dem nach wie vor sehr starken „The Toxic Touch“ eingeschlagenen Weg fortsetzen, hat sich glücklicherweise nicht bestätigt. Und so prognostiziere ich, dass die neuen Anhänger, die an der genannten Platte auf Grund ihres Sounds, der gedrosselten Geschwindigkeit und der durch die Keyboards eher episch geprägten Stimmung Gefallen gefunden haben und GOD DETHRONED vorher nicht auf ihrem Schirm hatten, vor den Kopf gestoßen werden könnten.

Die drei Herren, die „Passiondale“ aufgenommen haben (Isaac ist kurz vor der Aufnahme abgesprungen), haben einen Schritt zurück gemacht – einen großen, wenn nicht sogar zwei oder drei. Wenn du, der du das Review jetzt hier liest, das Album „Bloody Blasphemy“ kennst und liebst, kannst du hier eigentlich schon aufhören und direkt zum Plattenhändler in deiner Nähe stiefeln und ein bisschen Shoppen. Vergiss das Geld nicht! Die, die jetzt noch weiterlesen (müssen), haben entweder eine Bildungslücke oder sind misstrauisch. Ja, sie haben es getan, glaubt es. Henri und seine Kollegen haben den alten Geist wieder entdeckt, brettern sich wie von Diarrhoe gepeinigt durch die zehn Songs und lassen den Hammer kreisen. Doch wissen sie auch ganz genau um ihr Alleinstellungsmerkmal, nämlich die eiskalten Melodien, die aberwitzigen Soli. All die Trademarks, die auf ein Album dieser Band gehören, sind wieder vertreten, so dass man ihre Songs mühelos unter hunderten heraushört. Selbstverständlich gibt es auch wieder die ausschweifenden Passagen mit den ausladenden Keyboards, die nach wie vor an HYPOCRISY erinnern, aber eben nicht in der Anzahl wie einst noch beim Vorgänger. 2009 schreckt die Band auch nicht vor Klargesang zurück, wie bei „Poison Fog“ zu hören ist.

Die Stärke von GOD DETHRONED liegt seit Jahren darin, keine echten „Hits“ mehr auf ihren Alben zu haben, sondern das gesamte Werk mit all seinen Stücken in seiner Gesamtheit für sich sprechen zu lassen. Somit ist stets die ganze Platte ein Hit, und keins der Lieder muss sich live vor seinen Brüdern und Schwestern aus der Vergangenheit verstecken. Wenn sie weiter so arbeiten, wird es irgendwann unmöglich eine für die Fans zufriedenstellende Songauswahl für die Bühne zu finden. Richtig stark!
Falk Schweigert Falk Schweigert [fs]
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veröffentlicht am 24.04.2009 17:20 Uhr 22 Kommentare
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