Maruta - In Narcosis

Maruta - In Narcosis
Grindcore
erschienen am 28.11.2008 bei Candlelight Records
dauert 32:04 min
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. Iconoclast
2. Pray for the Nihilanth
3. The Collapse
4. Demise of the Humanist
5. In Perpetual Narcolepsy
6. The Great Delusion
7. A Sea of Dead Serpents
8. Dirt Worshipper
9. Replicate
10. The Iron Lung Has Failed Us
11. Man Versus Gravity A.K.A. the Inevitability of Human Error
12. Idolize Then Destroy
13. Rise of the Iron Moth
14. Waking Up from the American Dream
15. Serotonin

Die Bloodchamber meint:

Es braucht nicht viel für ein feines Grindcore Album. Schlagzeug und Mikro sollten besetzt sein, dazu gesellt sich entweder ein Bass, eine Gitarre oder auch beides. Das Album sollte auch nicht zu gleichförmig sein, ein bisschen das Tempo rausnehmen, dann wieder Vollgas, abwechslungsreiche Songs mit vielleicht etwas Groove haben noch niemandem geschadet. Texte? Können auch dabei sein, der eine singt über Eiter und/oder Geschlechtsteile, der andere verpackt politische Texte. Enthusiasmus und Spaß an der Sache sollten die Bandmitglieder aber unbedingt haben, denn am Anfang spielt man doch regelmäßig vor zehn Leuten in irgendwelche dreckigen Hinterzimmern.

Check. Check. Check. MARUTA erfüllen auf „In Narcosis“ alle diese Punkte und wie gut sie wirklich sind, hatten letztes Jahr auch Relapse Records schon erkannt und einen Song von MARUTA auf dem wunderbaren „This Comp Kills Fascists“ Sampler veröffentlicht. Da hatte das Trio aus Miami erst zwei Demos draußen, jetzt haben sie mit „In Narcosis“ ihr Debüt über Willowtip veröffentlicht und gleich eine Tour als Begleitung von ROTTEN SOUND bekommen.

Als Maruta (japanisch für Holz, Rohstoff, Material) wurden im zweiten Weltkrieg die Versuchspersonen der Japaner in ihren Gefangenenlagern bezeichnet, bei dem Trio aus Florida regieren die politischen Texte, die auch an ein paar Stellen des Albums noch mit Samples aus Filmen verstärkt werden. Dass „In Narcosis“ ohne Bass aufgenommen sein soll, kann ich zwar nicht ganz glauben, zu druckvoll ist der Sound, aber live spielen MARUTA auf jeden Fall zu dritt und ohne Bass.

Was unterscheidet sie jetzt von anderen Grindcore Bands? Nichts. MARUTA haben auf ihrem Debüt das Niveau von ROTTEN SOUND oder NASUM schon erreicht, die Songs schlagen einem direkt die Zähne aus, sind aber glücklicherweise nicht zu 100 Prozent Vollgas. Groove ist vorhanden und auch die Produktion ist genau richtig, nicht zu klinisch und auch nicht zu dreckig. So lässt das Trio aus Florida mehr als aufhorchen und „In Narcosis“ sollte sofort mitgenommen werden, wenn die Scheibe irgendwo zu einem vernünftigen Preis auftaucht.
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