Mimosis - I Am The Grave (EP)

Mimosis - I Am The Grave (EP)
Death Thrash Metal
erschienen in 2008 als Eigenproduktion
dauert 32:26 min
Bloodchamber-Wertung:
Community-Wertung:
(4 Stimmen)
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Tracklist

1. Art.Kill.Frequency
2. Wish You Were Dead
3. Ashen
4. Mimosificated
5. I Was The Grave

Die Bloodchamber meint:

Richtig schick gemacht haben sich MIMOSIS auf ihrer neuen EP "I Am The Grave", die seit Ende des letzten Jahres direkt bei der Band erhältlich ist. Neben dem hörbar verbesserten Zusammenspiel bestätigt sich in den fünf Kompositionen auch der gute Eindruck von Neuzugang Chris, welcher der Band nicht nur live zu einer neuen Lebendigkeit verhilft, sondern auch auf Scheibe vermehrt variable Gesangstexturen in den Pott wirft. Demnach gibt es neben todesaffinen Grunz- und Kreischattacken auch ein gesundes Maß an ruhigem Klargesang, der vor Allem das grandios eingeflochtene Zwischenspiel in "Wish You Were Dead" zu einem der ganz großen Momente auf diesem Silberling macht.

Aber auch sonst steht die musikalische Darbietung diesem offensichtlichen Schritt nach vorn in keiner Weise nach: Wer sich fragte, was die Leipziger in den vergangenen Jahren eigentlich getrieben haben, wird angesichts solch versierter Abrissbirnen wie dem Opener und "Ashen" verstehen, dass Mamas Spruch von gutem Ding und Weile nicht einfach so dahergesagt wurde. MIMOSIS schaffen es hier, fünf Kompositionen zwischen ambitioniertem Death Metal, etwas Thrash und melodischem Finish abzuliefern, die trotz ihrer Vielschichtigkeit durchweg Arsch treten.
Daran hat neben flotten Riffabfahrten - wie in "Art.Kill.Frequency" oder "Mimosificated" - und moderner anmutenden Groovepassagen ("Ashen") auch das angenehm variable Schlagzeugspiel seinen Anteil, welches nicht übermäßig technisch daherkommt, aber gerade dadurch die Schlagkraft der Band als Ganzes erhöht. So bleibt selbst in den mitunter recht verspielten Passagen der Druck erhalten, der "I Am The Grave" mit all seinen kleinen Saitendetails nach vorn treibt.
Dass MIMOSIS aus dem Wust an Eigenproduktionen hervorstechen, liegt in meinen Augen zudem an den beiden Langstücken "Wish You Were Dead" und "I Was The Grave": Während ersteres mühelos den großen Bogen von unkonventionellem Death zu nahtlos integrierter Blues-Melancholie schlägt und dabei bisweilen an eine amerikanischere Variante von OPETH erinnert, warten die neun Minuten des Schlusstracks nach thrashigem Einstieg gar mit wehmütigem Streichwerk, Orgel und gedämpft-orchestralem Bombast auf. Das klingt dann nicht etwa kitschig, sondern unterstreicht mit dickem Stift die größte Qualität der Band: Vordergründig konventionelle Versatzstücke werden mit Liebe zum Detail und einem Händchen für gelungene Arrangements zu etwas Eigenem zusammengefügt, bei dem sich Ambition und real existierender Anspruch dankenswerterweise einmal nicht ausschließen.

Solltet ihr euren Metal gern abwechslungsreich konsumieren, dann ist ein Besuch der Homepage obligatorisch, aber auch für Puristen könnten MIMOSIS aufgrund ihres immer nachvollziehbaren Songwritings ein paar Türen öffnen. Die verdienten 8,5 Zähler dürfen auf der ersten vollständigen Veröffentlichung dann gerne ausgebaut werden.

www.myspace.com/mimosisauswalhalla

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