Godslave - Out Of The Ashes

Godslave - Out Of The Ashes
Metal
erschienen am 27.08.2008
dauert 23:03 min
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. Out of the Ashes 5:11
2. Slaves of the Black 3:37
3. Wings of Wrath 4:37
4. Dead Reckoning 4:15
5. Where the Sun sleeps 5:23

Die Bloodchamber meint:

Bei der Bloodchamber gibt es einige Metal-Bands, bei denen unsere Redakteure zocken. Wenn man jetzt erfährt, dass Kollege Meyer bei einer Metal Band mitzockt, denkt man vermutlich im ersten Moment, eine lauwarme Suppe aufgesetzt zu bekommen, die nach allen Heldenalben der frühen Metalgeschichte klingen wird. Meine erste Berührung mit GODSLAVE war schon vor etwas über einem Jahr, als ich eine gut klingende Demo hörte – wo allerdings der Gesang noch nicht so spektakulär war. Doch schon damals konnte ich sagen, dass Herr Meyers Reliquienhandel mit alten Metalplatten nur im positivsten Sinne auf das Songwriting einwirkte.

GODSLAVE feiern mit „Out of the Ashes“ ein Album ab, das aus dem Undergroundbereich aufgrund einiger Eckpunkte herausragt.
Erst einmal vermeidet es die Band, technische Spirenzien zu zeigen, sondern spielt sowohl kompositorisch wie auch technisch eine klare Linie, welche die Musik direkt sehr eingängig macht. Ein großer Pluspunkt! Wie oft wird man heute von holprigen Doublebass Passagen, hingewichsten Skalengeprügel oder ausgefeilten Rhythmen genervt, während die Undergroundkapelle von nebenan vor lauter Technikwahn schon wieder vergessen hat, dass man ja einen Song und keine musiktheoretische Facharbeit leistet. Also, vermerkt: Eingängige, nicht kitschige Songstrukturen die perfekt zum Metal passen.
Der zweite Pluspunkt neben der Stringenz ist die Produktion, welche die Band auch sicherlich etwas gekostet hat. Entweder man hat einen guten Tontechniker, der einer Band den richtigen Sound zaubert, oder man geht zu einem guten Studio. Oftmals gibt es ersteres nicht, weswegen man letzteres will – und am lieben Geld scheitert. Bei GODSLAVE wurde geklotzt, mit dem Resultat, dass „Out of the Ashes“ 90% der Underground-Veröffentlichungen an die Wand drückt. Wiederum vermerken wir: Tolle Produktion aus dem SU2 Studio, welche den Kauf mehr als rechtfertigt.
Der dritte Pluspunkt ist für mich persönlich, da kenne ich mich ja doch etwas besser aus als bei Gitarren und Co., der Gesang. Hier wurde eine echte Leistungssteigerung abgefeiert – irgendwie erinnert mich die Stimme an den Gesang von BRIMSTONE. Wo vor einigen Jahren noch monotones Gegrunze herrschte, wechselt man nun bei GODSLAVE mit keifenden Passagen und Grunzen gekonnt, wobei der Sänger es auch versteht, auf Tönen zu Kreischen. Sogar norwegische Pandabären-Jünger könnten Parts im Gesang gefallen, was der Band sehr gut zu Gesicht steht. Ein letzter Vermerk: Der Gesang passt mittlerweile wie Arsch auf Eimer zur Musik und läd mit ausladenden, epischen Vocal Lines ein, Live mitzubrüllen.

Fazit: Grundsätzlich will ich vermeiden, Bands in Schubladen zu stecken, aber leider ist dies ja nicht möglich, da viele ohne Referenznamen nicht wissen, wie sie eine Band einordnen sollen. Deswegen werfe ich mal große Namen in den Raum: DESTRUCTION, SLAYER, BRIMSTONE sowie einige große Bay Area Bands der Neunziger geben eine Party und das Ergebnis des alkoholgetränkten Beischlafes ist dann GODSLAVE. Klasse livetaugliche Riffs, eine echte Leistungssteigerung beim Gesang, drückende Rhythmusfraktion. Ein klitzekleiner Negativpunkt aber doch noch: Der Bass hätte vielleicht mutigerweise etwas mehr Druck vertragen können, der geht leider etwas unter. Sonst: Alle vier Daumen hoch, fette 9,5 Punkte. Für eine Undergroundproduktion aus dem Bereich schwer zu toppen, nun will ich die Band live sehen!
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