A True Romance - Oasis (EP)

A True Romance - Oasis (EP)
Modern Metal
erschienen im Dezember 2009 als Eigenproduktion
dauert 12:36 min
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. Oasis
2. Play That Game
3. Confrontation

Die Bloodchamber meint:

Etwas Gutes hat es schon, wenn sich die eigene Band von den anderen Tausenden unterscheidet. So bleibt man vielleicht wenigstens für ein paar Momente im Ohr hängen, während sich die übrigen Standardbands damit begnügen müssen, einmal gehört und dann nie wieder angeguckt zu werden.

A TRUE ROMANCE haben diesen ersten Schritt schon mal gemeistert. Der Mix, den die Kombo um Claus Schwarz kreiert hat, lässt sich schwer mit bekannten Größen vergleichen. Wer jetzt allerdings noch mehr erreichen will, nicht nur im Ohr hängen bleiben, sondern auch einen bleibenden Eindruck hinterlassen möchte, muss weiter gehen, als es die vier auf „Oasis“ getan haben.

Gründe dafür gibt es reichlich. Glücklicherweise verfolgt die Band ihren eigenen roten Faden, baut reichlich Elemente in den modernen Metal ein, die dort nix zu suchen haben und sich trotzdem gut anhören. Die Songstrukturen sind ausgefeilt und durchdacht, doch da geht der Schuss schnell nach hinten los: Zu oft verliert sich die Musik im experimentellen Geklimper, sodass am Ende des Liedes der Anfang nicht wiederzuerkennen ist. Etwas weniger überflüssige Zwischenparts, Einspielungen und Instrumentalphasen hätte der Platte ganz gut getan, denn irgendwie will „Oasis“ nicht so richtig zünden.

Beim Titeltrack kommen Assoziationen an BLEED THE SKY rüber, was vor allem an den gelungenen Melodien und dem abwechselnden Gesang liegt. Die letzten 40 Sekunden hätte man sich aber, das nur als Beispiel, komplett sparen können. Der erst gute Eindruck verliert total seine Wirkung.
„Play That Game“ wiederum kann von Anfang an nicht überzeugen, denn der zarte, sehr hohe Frauengesang passt überhaupt nicht zu dem restlichen Konzept des Albums, falls es so was gibt. Zwar steigert sich das Lied ein wenig im Verlauf, aber an seinen Vorgänger kommt es nicht heran.
Lied Nummer 3 nennt sich „Confrontation“ und da sich der Titel anscheinend im Text nicht genügend wiederspiegelt, nervt die letzte Minute lang eine eingesprochene Diskussion zwischen zwei Leuten die Musik.

Fazit: Ideen sind reichlich vorhanden und den Mut zu Experimenten und die Verwirklichung von Überraschungen muss man belohnen. Aber für ein Debüt haben sich A TRUE ROMANCE zu weit aus dem Fenster gelehnt und sind dabei leider fliegen gegangen. Ein bisschen mehr Bodenständigkeit und Geradlinigkeit wäre für das im Sommer angekündigte Zweitwerk angemessen.
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