Umbrtka - Kovový Háj

Umbrtka - Kovový Háj
Black Metal
erschienen am 08.02.2010 bei Werewolf Productions
dauert 55:01 min
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. Chrám tìla
2. Kovový háj
3. Vrby
4. Slovany
5. Rodina
6. Onen veèer
7. Na lásku

Die Bloodchamber meint:

Irgendwie ein lustiges Cover. Vier Leute im Wald, davon einer in toller Strickjacke und darunter ein Burzum-Shirt. Von einem ist gar nur ein Ohr zu sehen. Vielleicht wegen seinen kurzen Haaren? Im Booklet hingegen, sieht man dann die drei Langhaarigen mit Burzum- und Master’s Hammer-Shirts an einem Tisch, auf dem Streichhölzer, Zigaretten, Kassetten und ein paar Flaschen lecker Becherovka stehen. Und natürlich, wenn man mal so gemütlich an einem Tisch sitzt und seinen Tee mit leckeren einheimischen Alkoholika zu sich nimmt … alle in Corpsepaint. Wie im wahren Leben halt.
Was erwartet man, wenn man solche Fotos sieht? Ich vermutete derben rohen Black Metal. Falsch gedacht, Walze! Wenn man die Fotos genauer anschaut, sieht man nämlich einen alten Bekannten, der für gute Musik bekannt ist: Lord Morbivod! Dieser spielt ja auch unter anderem bei TROLLECH, die sich in der Black Metal Szene schon einen Ruf erspielt haben.
Also rein mit der Scheibe.

Akustische Gitarren zaubern wunderschöne Melodien, klarer gefühlvoller Gesang und seichtes, passendes Drumming bestimmen die Szenerie. Ein bisserl ULVER (“Kveldssanger”), STORM und einen Schuss 70er Rock vermischen sich mit Black Metal Elementen. Wenn ich hier ULVER und STORM nenne, sollten Fans der Bands trotzdem vorsichtig sein. Die Vergleiche habe ich aufgrund der folkloristischen Stimmung vorgenommen, nicht wegen der musikalischen Umsetzung. Sicherlich sind ab und an mal Parallelen zu den Bands erkennbar, aber schon allein die tschechische Sprache und die psychedelischen Ausflüge setzen sich doch deutlich von den Norwegern ab. Zumal es hier keine Wikingergesänge gibt, sondern lediglich den Einzelgesang von Lord Morbivod, der gelegentlich von seinen Bandkollegen begleitet wird ohne in heroische Chants auszuschweifen.
Ab und an gibt es mal ein Gitarrensolo, progressive Bassläufe, doch verzerrte Gitarren sind auf “Kovovy Haj” eine Rarität. Und wenn sie eingesetzt werden, dann effektvoll und absolut passend. Der Gesang überrascht mich trotzdem. Obwohl er so gefühlvoll dargeboten wird, steckt eine Stärke und Magie in der Stimme, die mich begeistert.
Der einzige wirkliche Black Metal Track ist “Slovany”, wo dann auch aggressiver gesungen wird, aber trotzdem vom üblichen Schwarzmetall abweicht. “Onen Vecer” ist dann ein witziger Song, der Avantgarde pur ist. Er wirkt irgendwie, wie eine Comedy-Version, was besonders an einzelnen Gesangslinien liegt und klingt, als würde ein böses Sandmännchen seine Reime zum Besten geben.

UMBRTKA sind schon irgendwie komisch, aber dennoch faszinierend. Ich höre das erste Mal von dieser Band und bin um so erstaunter , dass “Kovovy Haj” das mittlerweile 15. Album seit dem Jahr 2001 von ihnen ist.

UMBRTKA sind mit Vorsicht zu genießen und nur für Leute, die auch mal über den Tellerrand des Schwarzmetalls gucken würden. Meine Freundin rennt hier schon immer hin und her, guckt zur Anlage und rümpft dauernd die Nase: “Was ist denn das für ein Müll?”. Und sie hört auch ab und an mal Death und Black Metal.
“Kovovy Haj” wird auf jeden Fall zu keiner Zeit langweilig und hat immer wieder Momente, die man gleich nochmal hören will. Und überhaupt ist das Album eine Scheibe, die, wenn man sie öfter hört, immer wieder neue Facetten hervorbringt. Geile Scheiße!!
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