Grabfinsternis - Wahn (EP)

Grabfinsternis - Wahn (EP)
Black Metal
erschienen am 01.06.2010 als Eigenproduktion
dauert 14:42 min
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. Grabfinsternis
2. Thron aus Furcht
3. Wahn

Die Bloodchamber meint:

Es ist immer schön, eine junge Band zu hören, die ihre Sache ernst zu nehmen scheint und ambitioniert bei der Sache ist. Zugegeben, von einer ersten Demo mit Namen „Wahn“ von einer Band namens GRABFINSTERNIS zu lesen, hat mich schon ein wenig verunsichert, angesichts der jüngsten Flut an 08/15-Bands mit dem Namensprinzip „Wir verbinden willkürlich zwei böse klingende Wörter und sind dann trve!“. Doch gibt es immer mal Bands, die sich von der musikalischen Güteklasse her von diesem Sumpf abheben.

GRABFINSTERNIS gibt es bereits seit 2007, nach drei Jahren nun haben sie mit „Wahn“ ihren ersten Output mit gerade einmal drei Liedern an die Öffentlichkeit gebracht. Nun könnte man sich fragen, ob diese lange Zeit daraus resultiert, dass die Jungs einfach unkreativ sind und lange gebraucht haben oder daher, dass die drei Lieder ihre Zeit gebraucht haben. Ich tendiere eher zu Möglichkeit zwei, denn „Wahn“ klingt durchaus erwachsen, nicht nach Kinder-Black Metal der über das Prädikat „lächerlich“ nicht hinaus kommt. Wenn man genau hinhört, erkennt man eine grobe Orientierung am schwedischen Black Metal der 90er, hier und da kommen einem DARK FUNERAL oder alte DISSECTION in den Sinn. Zu der für eine Demo absolut ordentlichen Produktion gesellen sich Schwedentypisch chaotische und wunderbar dissonante Melodien. Gepaart mit einem ziemlich bösen aber gut verständlichen Krächzen, das wie im Song „Wahn“ oft vorkommend in geiles, psychopathisch krankes Kreischen abdriftet, ergibt sich hier eine wunderbar aggressive Grundstimmung. Beim Titellied fällt zudem der Anfang stark dadurch auf, dass man hier sogar Anlehnungen an EMPEROR zu besten Zeiten findet. Lyrisch geht es bei GRABFINSTERNIS ebenfalls sehr hochwertig und philosophisch zur Sache, Themen scheinen der Tod und als negativ empfundene Emotionen zu sein, so wie ich es verstehe.

Alles in Allem hat man hier jedenfalls knapp 15 Minuten Spaß und soliden Black Metal einer jungen, meiner Meinung nach unterstützenswerten Band. Das Rad wird mit dieser Demo nicht neu erfunden, aber Spaß macht das Teil allemal.
Wer Interesse an einem Exemplar der Demo hat, der schaut mal auf der Myspace-Seite der Jungs vorbei. Für 5€ + Versandkosten bekommt man den auf 500 Stück limitierten Silberling bereits. Über Black Mass Productions kann man zudem eine auf 200 Stück limitierte Kassette mit „Thron aus Furcht“ als Live-Bonustrack erwerben.
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