Review: Hatred [DE] - Soulless

Soulless
Hatred [DE]
Hatred [DE] - Soulless
Der Aufmerksame Leser wird sich vielleicht noch an das damals bei uns besprochene erste Demo der Schweinfurter Thrasher erinnern, das auf den Namen „Fractured“ hört. Nun, knapp 2 Jahre später sind HATRED mit erweitert/gefestigtem Line Up wieder da und hauen mal eben ihre neue Scheibe mit dem Titel „Soulles“ raus. Schon beim Anblick des neuen Machwerkes fällt einem sofort auf, dass sich im Hause des chaotischen Haufens um den liebenswerten Drummer und Zappler Daniel Buld alias Evil Ewald ( der übrigens mittlerweile Papa geworden ist – Glückwünsche dazu von hier aus) einiges getan hat. Grundsätzlich Professionelleres Layout und neuer Schriftzug – dies wirft natürlich sofort die Frage auf ob sich neben dem Logo auch die Mucke des Fünfers verändert hat.

Diese Frage ist mit „ja“ und „nein“ zu beantworten. Einerseits hat man – vor allem auch durch Aufnahme des zweiten Gitarristen Fred Melott, der musikalisch eher aus dem Neo Thrash a la FEAR FACTORY und MACHINE HEAD kommt – einen Haufen Einflüsse der eben genannten Bands in den Sound mit aufgenommen, was sich vor allem beim teilweise ultrahartem Riffing bemerkbar macht. Andererseits haben es HATRED geschafft auch so dermaßen viel Old School Thrash Metal Attitüde und Soundanleihen beizubehalten, dass man hier quasi von einer bunten Mischung aus Alt und Neu sprechen kann. Diese Mischung macht HATRED wohl bei beiden Lagern beliebt und dürfte ein Wohlgefallen findendes Konzept sein.

Konnte man bei der letzten Veröffentlichung noch von ziemlich straighten Songs sprechen, so haben die Fünf Jungs auch hier einen großen Schritt nach vorne gemacht. Auf „Soulless“ gibt es nämlich viel ausgereiftere Songs als es noch auf dem Vorgänger der Fall war, und obwohl man aufgrund der Old School Anleihen weit davon entfernt ist es „progressiv“ zu nennen, gibt es doch mitunter Kompositionen die den Begriff „komplex“ verdienen. Mitunter werden sogar Songwriterisch ähnliche Wege wie etwa NEVERMORE gegangen – jedoch bei HATRED auf einer etwas thrashigeren Variante Variabler ist neben den Songs vor allem auch Fronter und Sänger Matthias Mauer geworden. Regierten auf „Fractured“ noch die klassischen Shouts, so darf der Mann nun beweisen, dass er absolut zu mehr fähig ist. Da wird gekreischt, clean gesungen, geshoutet, gegrowlt, und was auch immer noch. Und das alles auf einem sehr hohem Level, dass keinen Zweifel aufkommen lässt, dass wir es hier mit einem Könner zu tun haben.

Die Songs sind allesamt Spitze, offenbaren ihren wahren Wert aber erst nach einigen Durchläufen, die man ihnen Zeit geben muss, um richtig hängenzubleiben und zu zünden. Besonders hervorhebenswert sind wohl die ergreifende Ballade „Lie to Me“ die glücklicherweise ohne jedweden Kitsch auskommt und einfach nur gefällt, oder das geniale „Dreamkiller“ mit seinem Mitgrölrefrain, nicht zu vergessen das grandiose Titelstück, und „Betrayal“ zu dem die Gruppe sogar einen Videoclip gedreht hat.

Das ganz besondere Schmankerl an „Soulless“ ist aber der Sound. Aufgenommen in den Dorian Gray Studios in München, mir Producer Gerhard Wölfle haben die Herren einen für den Underground Sektor verdammt starken Sound hingezimmert, der sich auch auf Major Level nicht verstecken muss, und somit einen der Hauptkritikpunkte des Vorgängers ausmerzt Ach, wenn doch nur jede ambitionierte Undergroundproduktion so einen verdammt fetten Sound hätte. Als kleinen Bonus hat man sogar noch 2 Tracks der Demo mit auf den neuen Output gepackt, darunter der absolute Kulthit „Metal Massacre“. Damit steht einem Kauf nichts mehr im Wege. Sowohl Neo als auch Old School Thrash Jünger müssen hier zuschlagen und den Underground supporten. HATRED jedenfalls haben mit diesem Album einen großen Schritt gemacht.
bd
Ex-Mitarbeiter
veröffentlicht am 12.08.2004 05:13 Uhr 0 Kommentare
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