Hemina - Synthetic

Hemina - Synthetic
Progressive Metal
erschienen am 07.10.2011 bei Nightmare Records
dauert 79:39 min
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. This Hour Of Ours
2. To Conceive A Plan
3. The Boy Is Dead
4. For All Wrong Reasons
5. And Now To Find A Friend
6. With What I See
7. Hunting Is For Women
8. Even In Heaven
9. Conduit To The Sky
10. Haunting Me!
11. Divine

Die Bloodchamber meint:

Warum kleckern, wenn man auch klotzen kann? An Selbstbewusstsein wird es den australischen Proggern von HEMINA jedenfalls nicht gemangelt haben, als sie ihr Album „Synthetic“ einspielten, welches die Kapazität einer CD mal eben komplett ausreizt. Darüberhinaus handelt es sich bei „Synthetic“ auch noch um ein Konzeptalbum – Mut ist also definitiv vorhanden im Hause HEMINA, ist dieses Album doch zu allem Überfluss auch noch ihr Full Length-Debüt.

Bedenkt man, dass die Australier sich an den ganz Großen des Genres orientieren, wie den obligatorischen DREAM THEATER und SYMPHONY X, aber auch an den Projekten von Arjen Anthony Lucassen oder PAIN OF SALVATION, könnte man bei all diesen Eckdaten zu der Befürchtung kommen, dass HEMINA ein wenig zum Größenwahn tendieren. Das ist jedoch erfreulicherweise nicht der Fall, denn zumindest spieltechnisch ist das Quintett über jeden Zweifel erhaben. Gerade die Gitarristen Douglas Skene und Mitch Coull machen einen tadellosen Job, wenn sie sich am Keyboard vorbei in den Vordergrund spielen, was für meinen Geschmack gerne noch öfter und mit mehr (Nach-)Druck passieren dürfte. Sänger Skene hat eine Vorliebe für höhere Töne und erinnert mich stellenweise an Tony Kakko auf älteren SONATA ARCTICA-Scheiben. Immer wieder gerne lässt er aber seinen Mitstreitern den Vortritt, die diesen Raum zu eher sphärischen denn frickeligen Instrumentalabfahrten nutzen.

Hierin liegt allerdings ein kleiner kompositorischer Mangel begründet, denn nicht jede dieser instrumentalen Passagen weiß zu fesseln, worunter gerade die ansonsten starken Longtracks ein wenig leiden. Manchmal ist weniger eben doch mehr - was auch für das Keyboard gilt, dessen Einsatz auf einem Nachfolgealbum gerne ein wenig zurückgefahren werden dürfte. Auf diesem Wege würde man den Kitschfaktor auch ein bisschen herunterschrauben, den vor allem die dem Konzept zu Grunde liegende Geschichte eines Engels, der auf Erden wandelt und mit den Tücken unseres modernen Alltagsleben zu kämpfen hat, versprüht.

Sieht man von diesen Kritikpunkten ab, haben HEMINA aber ein gutklassiges Album vorgelegt – besonders unter der Berücksichtigung, dass es sich hierbei um ihr Debüt handelt. Luft nach oben ist meines Erachtens aber noch vorhanden. Fans der genannten Bands sollten diese Australier dennoch im Auge behalten, denn mit etwas mehr kompositorischer Stringenz könnten sie eines Tages zu ihren Vorbildern aufschließen.
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