Mors Principium Est - ...and Death Said Live

Mors Principium Est - ...and Death Said Live
Melodic Death Metal
erschienen am 14.12.2012 bei AFM Records
Bloodchamber-Wertung:
Community-Wertung:
(3 Stimmen)
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Tracklist

1. The Awakening
2. Departure
3. I Will Return
4. Birth Of The Starchild
5. Bringer Of Light
6. Ascension
7. ...And Death Said Live
8. Destroyer Of All
9. What The Future Holds?
10. The Meadows Of Asphodel
11. Dead Winds Of Hope

Die Bloodchamber meint:

Im letzten Jahr standen MORS PRINCIPIUM EST schon kurz vor dem Aus, nachdem ihnen alle lang- und kurzfristig aktiven Gitarristen abhanden gekommen waren, doch mit Hilfe eines Neuseeländers und eines Briten haben die Finnen erfreulicherweise in letzter Minute die Kurve bekommen: Fünf Jahre nach dem zwiespältig aufgenommenen „Liberation = Termination“ klopft „…And Death Said Live“ an die Tür und es ist sicher keine Hexerei, wenn man den Albumnamen in Verbindung mit der Vorgeschichte und dem Bandnamen selbst bringt.

Näher an der Hexerei ist der musikalische Inhalt des Albums, denn „…And Death Said Live“ ist ein tosender Befreiungsschlag für den in den letzten paar Jahren immer mehr verwässerten Schwedentod, der neben seiner Geschichte aktuell von vereinzelten Highlights aus der fantechnisch zweiten bis dritten Reihe wie BE’LAKOR und Melancholie auf Melodeath-Grundlage zehren muss. MORS PRINCIPIUM EST dagegen trauern nicht dem Tod entgegen oder nach, sondern sind mit ihm im Bunde. Das atmosphärische Moment kommt vor allem dank (einer) der Gitarren nicht zu kurz, das Keyboard vervollständigt dagegen oft nur das Klangbild - Ausnahmen sind der instrumentale Titeltrack und der Anfang des anschließenden „Destroyer Of All“, das allerdings mit Schrotflintenladen und einem kurzen Blick Richtung TESTAMENT fortgesetzt wird. Wesentlich wichtiger ist aber, neben dem Abschied von allem überflüssigen Ballast, der schwer auf „Liberation = Termination“ lag, die großartige Dynamik der Lieder, die sich vor allem auf dem Feuerwerk gründet, das die beiden neuen Gitarristen abbrennen. Sie preschen vor, tragen mit, tirilieren und shredden, als hätten sie ihr ganzes bisheriges musikalisches Leben auf dieses Album hingearbeitet, und wagen es dennoch, bei passender Gelegenheit leicht aus der Reihe zu springen. Fantastisch!

Das einzig kritikwürdige, neben den ungleich strahlenden Albumhälften – die erste Hälfte gewinnt mit „I Will Return“ (!!!), „Birth Of The Starchild“, „Bringer Of Light“ (!) deutlich –, ist das roh-röchelige Organ von Ville Viljanen, obwohl er seine Aufgabe nicht schlecht macht, nur eben mit dem Feuern aus allen Rohren um ihn herum nicht durchweg Schritt halten kann. Trotz der größeren Geschwindigkeit von MORS PRINCIPIUM EST wäre in manch düsterem Moment vielleicht sogar etwas in der Art von Ville Tuomis klaren Beiträgen damals bei „Tales From The Thousand Lakes“ gar keine schlechte Idee gewesen.

Insgesamt ist der Schritt, den MORS PRINCIPIUM EST im Vergleich zu ihrem letzten Album nach hinten gemacht haben, aber ein gewaltiger Schritt nach vorne, nicht zuletzt weil sie auch für ihr Genre ein überdeutliches Zeichen setzen. Wer ob des Staunens über alle schöne Erhabenheit und emotionale Tiefe schon vergessen hat, dass Melodic Death Metal auch gefährlich klingen darf, kann und womöglich sollte, dem wird „…And Death Said Live“ mit Anlauf und Wonne das Rotweinglas respektive das Trinkhorn aus der Hand schleudern, darauf rumtrampeln und über die leichtsinnig eingekehrte Sorglosigkeit lachen.
Wir sind schließlich nicht zum Spaß hier!

Kommentare (1)

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Idiosyncrasy

Idiosyncrasy

am 18.12.2012 21:17 Uhr
Mir gefällt Mitte bis zweite Hälfte am besten. Eingeleitet durch das hypnotisierende Gitarrenspiel 'Ascension'. Ville geht dabei tatsächlich etwas unter. Auf 'Unborn' war er nicht zu toppen, Liberation=Termination austauschbar. Hier ist ein Mittelmaß gefunden. Ich freu mich einfach nur, dass sie sich nicht aufgelöst haben. Vielleicht spielen sie auch mal in Deutschland
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