Mount Fuji - Mount Fuji

Mount Fuji - Mount Fuji
Stoner Rock
erschienen am 29.09.2012
dauert 73:08 min
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. Vier
2. Neun
3. Just Human
4. Colossus
5. Acht
6. Yearning
7. Head On Fire
8. Six Feet Under The Rainbow Of Hell
9. Elf
10. Simple Depression Guide
11. Zehn

Die Bloodchamber meint:

Vor knapp einem Jahr durfte ich schon einmal die Livequalitäten der Leipziger MOUNT FUJI bestaunen. Schon damals konnte mich der Vierer durch ein gelungenes Set und enorme Spielfreude überzeugen. Jetzt ist es an der Zeit, sich der just erschienenen Scheibe zu widmen. Mal sehen, ob es ihnen gelingt, ihre klasse Performance auf Scheibe zu zementieren. Ring frei!

Nachdem ich die Platte einmal komplett durchgehört habe, muss ich feststellen, dass es sich hier um ein echt feines, sehr homogenes Werk handelt. Sicherlich, MOUNT FUJI erfinden das Rad nicht neu, aber das müssen sie auch gar nicht, denn wie man sieht, kann auch das Vermengen schmackhafter Zutaten dazu führen, dass man ein formidables Mahl auf den Alternative-Teller zaubert.

Die sächsische Grunge/Doom/Alternative-Kombo zaubert ein schönes Liedchen nach dem anderen aus den Hut. Mal klingt das Ganze nach ALICE IN CHAINS, ab und an schimmern Südstaatenrocker a la DOWN durch, ein paar Takte weiter erkennt man Einflüsse von Szenegrößen wie SYSTEM OF A DOWN. Das Positive dabei ist, dass die Band es gekonnt umschifft, im Plagiatsfahrwasser dahinzuschippern. Man erkennt musikalische Einflüsse, aber sie drängen sich nicht allzu sehr in den Vordergrund. Die Band ist clever genug, alles so zu arrangieren, dass es eben unterm Strich doch nach MOUNT FUJI klingt.

Den Stücken zuträglich ist sicherlich auch der Sound, denn hier hat jeder seinen ihm auditiv zugewiesenen Platz. Der Bass grummelt angenehm vor sich hin, die Drums sind wuchtig, Gitarrist Ron kann von verspielt bis ruppig und Sänger Miguel beherrscht sein "Instrument" ebenfalls hervorragend. Besonders letzterer weiß zwischen aggressiv und besinnlich hin- und herzupendeln, was für wütende als auch sentimentale Momente sorgt.

Man merkt einfach deutlich, dass MOUNT FUJI eine Einheit sind, die auf einander eingespielt ist. Hier wirkt nichts konzeptlos oder undurchdacht und im Prinzip ist für jeden etwas dabei. Insgesamt eine wirklich runde Sache mit einer amtlichen Produktion. Einziger Kritikpunkt ist eben, dass man klar erkennt, welchen Einflüssen MOUNT FUJI unterliegen, auch wenn ich damit meinen Aussagen weiter oben widerspreche. Doch genau das ist der minimale Knackpunkt: Die Leipziger sind spielerisch tight, nehmen Einflüsse, verarbeiten sie zu etwas Tollem, aber irgendwie denkt man vielleicht das ein oder andere Mal: "Mensch, das kenn ich doch!" Wenn sie es hinbekommen, noch ein wenig mehr ihre eigene Note ins Spiel zu bringen und mehr Ecken und Kanten entwickeln, dann wartet hier eine äußerst ernstzunehmende Kombo auf uns, die sich hinter Szenegrößen nicht zu verstecken braucht. Der erste Schritt ist getan und ich bin mir sicher, dass der zweite noch besser wird. Ich gebe also eine 8 und erwarte beim nächsten Mal eine 9 von den Herrschaften!
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