Alpha Tiger - Beneath The Surface

Alpha Tiger - Beneath The Surface
Heavy Metal
erschienen am 25.01.2013 bei Century Media
dauert 56:36 min
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. Intro - Alpha Tiger
2. The Alliance
3. From Outer Space
4. Waiting For A Sign
5. Beneath The Surface
6. Along The Rising Sun
7. Eden Lies In Ruins
8. Rain
9. Crescent Moon
10. We Came From The Gutter

Die Bloodchamber meint:

Eine ganze Reihe Lobeshymnen sind über „Man Or Machine“, das Debüt von ALPHA TIGER, gesungen worden, so dass nicht nur der Labelwechsel zu Century Media die jungen Sachsen beim Zweitwerk ein wenig unter Zugzwang setzt. Angemerkte Kritikpunkte - in erster Linie ging es um „zu deutliche“ Bezüge zu einflussreichen alten Helden – hat Gitarrist Peter Langforth sich laut Eigenaussage zu Herzen genommen, wohl auch um die Band musikalisch den Schritt machen zu lassen, den sie bühnentechnisch dank einiger Festivals und dem Mitreisen mit Blackie und seinen Gesetzlosen schon vollzogen hat.

Trotz der gar nicht so unbeeindruckenden Liedlängen, die bei fünf von neun Liedern meist deutlich über sechs Minuten liegen, hört sich „Beneath The Surface“ nach dem versprochenen Ballastabwurf an, denn gerade die flotteren Lieder klingen mehr auf den Punkt geschrieben als früher, nicht nur mit dem Auftritt beim letzten Rock Hard Festival als Maßstab. Natürlich (und zum Glück) bedeutet das nicht, dass kein Platz mehr für Gitarrenspielereien mehr ist, aber das Gedudel und Gefitschel hinterlässt eben nicht mehr den Eindruck des Selbstzwecks, sondern feuert nach dem Ausholen meist sehr zielgerichtet.

Dennoch ist „Beneath The Surface“ längst nicht so zwingend, wie ich es erwartet hatte. Es ist kein Problem, dass „Waiting For A Sign“ seinen kleinen Makel quasi im Titel trägt und einen ordentlichen Gebirgsbach zu plätschernd ausgefallen ist, wohl aber dass die Band das Ansteuern der melodischen, flacher - um nicht seichter zu sagen - erscheinenden Ausfahrten quasi zum Markenzeichen erhoben hat („Beneath The Surface“, „Along The Staring Sun“, „Eden Lies In Ruins“, „Crescent Moon“) und damit trotz einiger netter Melodien nicht bemerkenswert durchdringt. Zudem ist es mir ehrlich gesagt ein Rätsel, wie man Frontmann Stephan Dietrich als „Götterstimme“ oder Ähnliches bezeichnen kann, denn bei allem Wohlwollen für den sympathischen Burschen und Respekt vor den abgerufenen Höhen kommen Punch, Schmissigkeit und Eindringlichkeit meinem Empfinden nach deutlich zu kurz.

Klassischer Metal mit Herz und Verstand ist eine wunderschöne Sache und ALPHA TIGER wissen, was und wie sie es machen. Das Feuer allerdings, mit dem diese Leidenschaft brennen sollte und bei der Band (mit absoluter Sicherheit) auch brennt, hört man „Beneath The Surface“ viel zu selten an. Sonst würde das abschließende „We Came From The Gutter“ mit dem gemeinsam gesungenen Refrain ziemlich sicher nicht so auffallen. Die Wunderkerze muss nicht an beiden Enden brennen, doch dass sie überhaupt angezündet wurde, sollte man schon sehen, schmecken, fühlen und vor allem hören.
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