The Black Dahlia Murder - Everblack

The Black Dahlia Murder - Everblack
Death Metal
erschienen am 07.06.2013 bei Metal Blade Records
dauert 44:32 min
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. In Hell Is Where She Waits For Me
2. Goat Of Departure
3. Into The Everblack
4. Raped In Hatred By Vines Of Thorn
5. Phantom Limb Masturbation
6. Control
7. Blood Mine
8. Every Rope A Noose
9. Their Beloved Absentee
10. Map Of Scars

Die Bloodchamber meint:

Irgendwie haben THE BLACK DAHLIA MURDER es geschafft, ihren Zwei-Jahres-Rhythmus beizubehalten und auch 2013 mit einem neuen Album aufzuwarten. Und das trotz der Tatsache, dass sie im Vorfeld der Aufnahmen zur neuen Langrille zwei neue Mitstreiter an Bass und Schlagzeug in die Band integrieren mussten. Nicht einmal die schier endlosen Touraktivitäten konnten die Jungs davon abhalten, „Everblack“ termingetreu einzuholzen.

Doch im Tourbus schläft es sich wohl nicht sonderlich gut. Zumindest kann man die Vermutung hegen, dass Frontmann Trevor Strnad das lyrische Konzept zum im doppelten Sinne monströsen Hit „Raped In Hatred By Vines Of Thorn“ einem Albtraum zu verdanken hat. Darüber hinaus schrauben THE BLACK DAHLIA MURDER den Härtegrad auf ihrem sechsten Album in bisher ungeahnte Höhen. Schon das geil betitelte „In Hell Is Where She Waits For Me“ klingt angepisster als fast alles, was das Quintett bislang so aufgefahren hat. Nach ungefähr einminütigem Geplänkel zum Intro stößt Strnad einen langgezogenen Schrei aus, der einem durch Mark und Bein fährt, bevor man auf eine Hochgeschwindigkeitsreise mitgenommen wird, die lediglich im titelgebenden Mittelteil eine kurze atmosphärische Verschnaufpause gewährt. Zu erbarmungslos thrashig donnerndem Uptempo keift und kotzt sich Strnad nach allen Regeln der Kunst aus, dass es eine wahre Freude ist. Die gut ins Ohr gehenden Gitarrenleads sorgen dazu für die nötige Portion Eingängigkeit.

Doch nicht jedes Lied bleibt so fest im Gedächtnis hängen wie diese beiden Hits. Das eingesampelte Geräusch eines vorbeibrausenden Zuges am Ende von „Phantom Limb Masturbation“ beispielsweise kann als symbolisch für den Song angesehen werden, der ohne nennenswerten Widerhaken am Hörer vorbeirauscht. Ähnliches gilt für „Every Rope A Noose“, dem ein Schuss Melodik ganz gut getan hätte. Songs wie „Their Beloved Absentee“ oder das abschließende „Map Of Scars“, das fehlende Eingängigkeit durch gesteigerte Epik zu kompensieren weiß, funktionieren dank höherem Melodieanteil eindeutig besser. Doch auch der sich mit auflockernden Soli immer wieder gewinnbringend in Szene setzende Leadgitarrist Ryan Knight kann nicht verschleiern, dass es sich bei „Everblack“ um das bisher härteste THE BLACK DAHLIA MURDER-Album handelt.

Melodieverliebte könnten sich mit diesem Death Metal-Brett dementsprechend ein wenig schwer tun. Doch wenn man dem Album die nötige Zeit zur Entfaltung eingesteht, zeigt sich, dass THE BLACK DAHLIA MURDER mit „Everblack“ mal wieder ein mehr als solides Stück Musik abgeliefert haben. Und auf die Live-Darbietung von „Raped In Hatred By Vines Of Thorn“ darf man jetzt schon gespannt sein – aber natürlich nur auf die musikalische Umsetzung…
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