Lo! - Monstrorum Historia

Lo! - Monstrorum Historia
Sludge Metal / Noisecore
erschienen am 19.04.2013 bei Pelagic Records
dauert 41:14 min
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. As Above
2. Bloody Vultures
3. Ghost Promenade
4. Caruncula
5. Haven, Beneath Weeping Willows
6. Fallen Leaves
7. Crooked Path - The Strangers Ritual
8. Lichtenberg Figures
9. Bleak Vanity
10. Palisades Of Fire
11. So Below (Before We Disappear)

Die Bloodchamber meint:

As Above, so Be-LO! möchte dieses Quartett uns die Flötentöne beibringen, was für uns Nordhalbkugler ganz im Sinne des Prinzips der Analogie gleich eine zweite Ebene enthält, stammen LO! doch von „unten rechts“, aus Australien. „Monstrorum Historia“ ist das zweite Album der Band, die gerade einen neuen Sänger benötigt, und wer den Labelnamen gesehen hat, wird bereits eine Vorahnung davon haben, was zu erwarten ist: Sludge trifft Hardcore trifft Noise.

Entgegen des Eindrucks der Eröffnungskanonaden arbeiten LO! dabei nicht nur mit der Dynamik im Geschwindigkeitsbereich von rauschend bis zähfließend, sondern gerade im Mittelteil des Albums auch verstärkt mit laut vs. leise, was „Monstrorum Historia“ ein willkommene weitere Dimension gibt, die über das geifernde Biest hinausgeht, als das sich die Platte sonst mit Wonne verkauft. Während das hintergründige Flirren der Gitarre in den ruhigen Momenten schon an MASTODON erinnern kann („Ghost Promenade“), sind die Australier in ihren allgemeinen Strukturen direkter und vor allem wesentlich brachialer, nicht zuletzt durch das massive Gebrüll von Jamie-Leigh Smith. Statt nach einem hinterlistigen Vieh mit Tentakeln und anderen Gemeinheiten Ausschau zu halten, sollte man besser auf einen Ziegelsteinhagel gefasst sein, der im Refugium unter den Weiden nur kurz innehält, bevor LO! sich ans Ausweiden und Verschlingen der blutigen Reste machen, bevor sie die zur Hilfe eilende Verstärkung ebenfalls kurz und klein hageln.

Über weite Strecken sind LO! damit quasi das genaue Gegenteil von COLOSSUS, was am Ende des Guten ein wenig zu viel ist. „Monstrorum Historia“ stellt zahlreiche knifflige Aufgaben, bietet für meinen Geschmack aber zu wenige Lösungsansätze an, um sich damit auf Dauer und Distanz gerne anzufreunden. „Lichtenberg Figures“ ist dank (Stimm-)Melodie eine der wenigen echten Auflockerungen und das zu weiten Teilen in die Hände der Rhythmusgruppe gegebene „Palisades Of Fire“ bietet eine andere Art von Auflösung, doch sie können nicht komplett wieder aufbauen, was die ersten zwei Albumdrittel zerquetscht haben. Wer es so intensiv wie möglich mag, freut sich über den Monsteralmanach (bei diesem Albumnamen sind die Liedtitel übrigens eher enttäuschend), der Rest atmet lieber weiter ohne die LO!schen Zentnerlasten auf der Brust zu spüren.
-