Sammath - Godless Arrogance

Sammath - Godless Arrogance
Black Metal
erschienen am 07.02.2014 bei Hammerheart Records
dauert 36:33 min
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. Shot In Mass
2. Fear Upon Them
3. Godless
4. Thrive In Arrogance
5. This World Must Burn (Hammer Of Supremacy)
6. Through Filth And The Remains Of Man
7. Death (Hunt Them Down)
8. Nineteen Corpses Hang In The Mist

Die Bloodchamber meint:

Feingeister, Freunde der leisen Töne, Anhänger des Subtilen – diese Warnung geht an euch! Lauft! Lauft weit und lauft schnell! SAMMATH sind im Anmarsch. Und sie haben ein neues Album dabei. „Godless Arrogance‟ heißt es und nachdem im Opener massenhafte Erschießungen vorgenommen wurden, bleiben die Überlebenden im zweiten Stück in Furcht zurück. Derart plakative Songtitel nebst einem schwarz-weißen Coverartwork, auf dem sogenannte Tschechenigel zu sehen sind, also Panzersperren, die wahrscheinlich Teil des Westwalls im Zweiten Weltkrieg waren, verdeutlichen sehr präzise, was gebacken ist: Black Metal, rasant, kalt, brutal.

Wenn in den letzten Jahren der Trend in der schwarzmetallischen Szene in Richtung Atmosphäre, mystischer Stimmung und Okkultismus ging, sind SAMMATH ein Gegenentwurf in Reinform. Auf „Godless Arrogance‟ wird frontal angegriffen, die Riffs gleichen Schrapnellen, das Schlagzeug belegt den Hörer mit ununterbrochenem Trommelfeuer. Rasend geht es zur Sache, das Album pendelt meistens zwischen schnell und ultraschnell, gnädige Verschnaufpausen gibt es nicht.

So konsequent und überzeugend dieser Stiefel von Herrn Kruitwangen und seinen Mannen durchgezogen wird, so ermüdend ist er auf Dauer. Man muss für diese Spielart Black Metal geschaffen sein, um 36 Minuten frostigen Geballers viel abgewinnen zu können. Was am Anfang noch beeindruckend ist, wirkt auf Dauer gleichförmig. Auch die arg verzerrten Vocals stören bisweilen ein wenig. Dabei ist die musikalische Umsetzung durchaus gelungen, spielerisch kann man den Niederländern nichts vorwerfen. Auch das Soundgewand, in dem uns „Godless Arrogance‟ wie eine Socke voller Kleingeld vor den Kiefer gezimmert wird, ist druckvoll und stimmig.

Mit dieser spezifischen schwarzmetallischen Spielart polarisieren SAMMATH gekonnt. Wer seinen Black Metal ultrafies, klirrend kalt und misanthropisch haben will, wer eine Stalinorgel dem Weihrauchfass vorzieht und das Wort „Spiritualität‟ höchstens voller Verachtung in den blutgetränkten Schnee Sibiriens pisst, der sollte SAMMATH und „Godless Arrogance‟ ein Ohr leihen. Allen anderen sollten sich dieser Art von Musik sehr vorsichtig nähern. Gefangene werden nicht genommen. Pardon wird nicht gegeben. Ende der Durchsage.
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