Body Count - Bloodlust

Body Count - Bloodlust
Metal
erschienen am 31.03.2017 bei Century Media
dauert 41:02 min
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Tracklist

1. Civil War
2. The Ski Mask Way
3. This Is Why We Ride
4. All Love Is Lost
5. Raining Blood / Postmortem (SLAYER Cover)
6. God, Please Believe In Me
7. Walk With Me...
8. Here I Go Again
9. No Lives Matter
10. Bloodlust
11. Black Hoodie

Die Bloodchamber meint:

Wer hätte 2014 gedacht, dass BODY COUNT es schaffen noch einmal mit so einem starken Album wie „Manslaughter“ um die Ecke zu kommen? Und wer wäre hätte gedacht, dass sie dieses Kunststück 2017 wiederholen würden? Doch so ist es gekommen, „Bloodlust“ ist ein wahres Meisterwerk geworden und wahrscheinlich sogar das beste der sechs Alben der Kalifornier.

BODY COUNT haben zuerst Trick 17 für gute Alben angewendet, sie haben doch tatsächlich das Album als Band geschrieben und aufgenommen, wo es vorher meistens nur eine Zusammenarbeit von Gitarrist Ernie C. und Ice-T war. Für den Prozess hat man sich ein Haus angemietet und zog sich für ein paar Wochen dorthin zurück. Frauen waren anscheinend nicht anwesend, oder nur die richtigen, denn die Band hat dieses Mal endlich den ganzen unnützen Proll-Sexismus vom Album geworfen. Songs der Marke „Evil Dick“ oder „99 Problems“ sucht man dieses Mal vergeblich. Dafür regiert auf der Scheibe das Riff, BODY COUNT sind härter geworden und ein Stück weiter zum Metal gerückt. Sie klingen zwar immer noch wie BODY COUNT, doch die alten Herren scheinen um einiges schlechter gelaunt zu sein als bei all den Vorgängern.

MINISTRYS Al Jourgensen sagte mal, er könne nur gute Alben unter einer Bush-Administration schreiben. Jetzt ist Donald Trump Präsident und BODY COUNT veröffentlichen ein Album, das durch und durch politisch ist. Der Opener „Civil War“ läutet den Bürgerkrieg zwischen der Regierung und ihrer Polizei und der schwarzen Bevölkerung ein. Die Gesellschaft spaltet sich auf in weiß und schwarz. Ice-T und seine Mannen erklären in den nächsten Kapitel aus dem Leben in der schwarzen Community. Dieses mal gar nicht mal so platt wie sie es sonst in den Texten getan haben und erst recht nicht besserwisserisch, sondern einfach nur erläuternd. In „No lives matter“ fassen sie das Problem noch recht deutlich in nur zwei Zeilen zusammen:

„When it comes to the poor
no lives matter“

Der Titeltrack „Bloodlust“ könnte auch von einer skandinavischen Black Metal Band stammen, die Verachtung für die Menschheit kann nicht deutlicher ausgedrückt werden. Nur „Black Hoodie“ gehört nicht ans Ende des Albums, sondern irgendwo in die Mitte. Aber irgendwas ist ja immer.
Braucht noch jemand Selling Points um sich die Scheibe zuzulegen? Ok, Max Cavalera, Dave Mustaine und Randy Blythe sind als Gäste auf „Bloodlust“. Jetzt aber schnell vorbestellen.

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