Irony - Release The Beast

Irony - Release The Beast
Heavy Metal
erschienen in 2001 als Eigenproduktion
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. Release the Beast
2. Revenge
3. Creatures of the Night
4. Desert Land
5. Life is a Wheel
6. The Bell of Fate
7. Pressure
8. ???
9. Interview Jörg/Mehmet

Die Bloodchamber meint:

Nachdem ich nun mehrere „bekannte“ CDs analysiert und meinen Senf hinzugegeben habe, dacht ich mir mal eine sogenannte Undergroundband auf den Zahn zu fühlen. Flugs wurds im Netz gesucht und „Irony“, eine recht bekannte Band aus dem Raum Heidelberg gefunden. Nach der Kontaktaufnahme mit Sänger Mehmet Bulut wurde mir der Erstling „Release the Beast“ zugesand und voilá, hier die Kritik:

Vorab: Generell will ich Undergroundbands keinen „Stil“ und sehr einengende Bandvergleiche aufdrücken, für Interessenten sag ich dennoch das die Musik von „Irony“ zu der härteren, kompromissloseren Metalmucke der späten Achziger mit hohem Männergesang zählen könnte, halt HEAVY METAL!

Die CD fängt mit einem Gitarren-/Sprech(?)-Intro an, das recht stimmungsvoll auf die CD einstimmen soll, wobei die Sprechverzerrung mehr komisch als bedrohlich wirkt.
Dann kracht direkt „Revenge“ aus den Boxen, ein amtlicher Nackenbrecher mit Doublebass/Bassrhythmusfraktion in Perfektion! Der Song lebt wirklich von den gut zusammen agierenden Bass und Schlagzeug, wohingegen die Verzerrung der Gitarre (auch dank der Abmischung auf dem linken Kanal) etwas verloren wirkt. Der Gesang von Mehmet ist sehr kraftvoll, gerade der Refrain donnert ziemlich eingängig aus den Boxen und das Solo des Gitarristen Robert Kerner ist wirklich gut (eigentlich sind alle Solos auf der CD sehr gut!)! Mehr davon! Das danachfolgende „Creatures of the Night“ zeigt recht gut die variable Stimme des Sängers, singt er die Strophe dieses eher Midtempo gehaltenen Bangers recht tief. Leider wirkt der Gesang an ein, zwei Ecken etwas unsicher; dennoch, wieder dank exzellenter Arbeit der Musiker ein sehr schöner Song der sich gut in die Gehörgänge einbrennt. "Desert Land“ wirkt anfangs etwas düsterer als die vorangehenden Songs, hat einen wesentlich langsamereren Groove, was jedoch der CD in der Abwechslung sehr zugute kommt. Hier zeigt sich, durch ein kleines akkustisches Interlude, auch die songschreiberische Klasse der Musiker (wobei die „Hey“-Chorusrufe etwas verloren wirken, aber das liegt eher an der Produktion), zudem erneut eine starke Soloarbeit des Gitarristen Robert Kerner (der leider nicht mehr zum Line-Up dazugehört). Auch ein starker Track der Live garantiert zum mitgröhlen einläd. Danach kommt der, meiner Meinung nach wohl schwächste Track der CD, „Life is a wheel“.Anfangs zeigt sich, das Mehmet zwar über eine starke Gesangsstimme leider aber nicht zwingend über eine markante Sprechstimme verfügt. Zudemfällt hier die gesangstechnische Arbeit des sonst wirklich guten Sängers etwas ab, denn er wirkt in den Strophen als ob er woanders wäre(Marke: „Hab ich den Trockner ausgemacht...?“). Auch songschreiberisch gilt anzumerken das der zwar recht einprägsame Chorus überhauptnicht zum Song passt (Und der Sinn des Textes bleibt mir verborgen „Life is a wheel, that Time cannot heal“ hört sich nach nem Monty-Python Filmzitat oder „Reimdichoderschlagmich“ an).
Danach kommt allerdings der Killer in Balladenformat, „The Bell of Fate“, HAMMER! Wunderbare Melodien die absolut zum träumen einladen und ein sehr passender Gesang. Ein wirklich schöner Song der auch nochmal einen gehörigen Schuss Abwechslung in die CD bringt. Zum Abschluß kracht dann nochmal die UpTemponummer „Pressure“ hervor, die sehr gelungene Tempiwechsel aufweist und ein prima Nackenbrecher ist. Sehr einprägsamer Chorus der Live sicher geil kommt, prima Gitarrensolo mit Gesangs-Glissando (Aufschrei, der leider in der Höhe etwas an Klangfarbe verliert!).
Generell kommen die Songs sehr straight daher, ohne viel Gefrickel und vertracktem Gehampel, halt HEAVY METAL!

Fazit: Die CD zeigt das „Irony“ verdammt viel Potenzial besitzten und zudem einen wirklich starken Sänger in ihren Reihen haben, der auf dieser CD leider etwas unter seinen Möglichkeiten bleibt und teils stark eingeschränkt bzw. gehemmt singt. Der Sound ist nicht ganz das wahre (trotz Produktion im renommierten BeatHouseStudio das ich jedoch nicht kenne), für eine Undergroundproduktion aber mehr als ausreichend (wobei den Drums mehr Wumms gut getan hätte!). Der eine Ausfall (Life is a Wheel) verhindert eine höhere Wertung , dennoch knallfette 8 von 10 Punkten.
Auf der CD ist hintendran noch ein 20min Interview (Kultakzent!) mit Mehmet und dem Drummer Jörg (Ex-ANISY), der im Raum Heidelberg recht bekannt ist.
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