Review: Dark Fortress - Séance

Séance
Dark Fortress
Dark Fortress - Séance
Mit den ersten Tönen von „Ghastly Indoctrination“ lassen tiefdunkle Melodietöne die Umgebung in eiskalter Düsternis erstarren. Schwere Riffs und zermarterndes marschmäßiges Schlagzeug treiben spitze Frostkristalle empor und rütteln deine gesamte Psyche auf. Aus den tiefsten Sphären rauschen neblig-klirrende Schwarzmetall-Gitarren in minimalistischer Black Metal-Manier heran und ziehen dich zusammen mit den blastenden Trommeln und dem sowohl emotionalen als auch bösen und energischen Gesang in ihren Bann. Neben rhythmischeren Passagen, denen sich der Puls direkt anpassen möchte, darf man natürlich auch psychedelische Zwischenmelodien nicht vergessen, welche dich weiter in die Abgründe deiner Seele führen werden.
Weiter hinein in den dunklen Malstrom führt dich „CataWomb“, welches mit seiner kontinuierlichen sphärischen Boshaftigkeit auch den letzten Widerstand brechen wird. Und genau zum passenden Zeitpunkt wirst du von einem feinen Gitarrensolo und anschließender geheimnisvoller Rezitativpassage verzaubert werden. Auch die folgende Groove-Einlage wird dich zum befriedigenden Mitgehen verleiten, nur um dich kurze Zeit später im „Requiem Grotesque“ mit einem grimmigen Lächeln willkommen zu heißen. Dieses verändert sich jedoch kurzerhand in ein schmerzverzerrtes, raues Wehgeschrei, welches dir den Geist vernebeln wird. Unterstützend wirken dabei atmosphärische Melodieklänge der elektrischen Saitenfraktion, welche dir mit jedem Ton einen pechschwarzen melancholischen Stich setzen werden.
Nach dieser langsameren Einlage wird dir das schleppende und kranke „While they sleep“ mit seinen psychedelischen Streichertönen vollends das Hirn zermatern. Doch keine Sorge, mit „To harvest the Artefacts of Mockery“ wird dich ein rotziger Kracher ganz nach dem Rezept der alten Schule inklusive fettem Solo wieder auf den schwarzmetallischen Boden der Tatsachen zurückholen. Da tut auch „Poltergeist“ keinen Abbruch, wiederum beginnend mit dem DARK FORTRESS-typischen Marschrhythmus. Dreschend und rasant windet sich der treibende Sturm in deine Gehörgänge.
Kranke Liedeinführungen gab es ja bereits auf dem Vorgänger „Stab Wounds“ zu vernehmen, mit „Incide“ packt das Dunkle Fort hier gleich ein komplettes Zwischenspiel voller psychopathischer Klang- und Vokalwelten drauf. Akustisch eingeleitet bricht „Insomnia“ voll von apokalyptischem Bombast über dich herein und wird auch den letzten Funken Hoffnung im Keim ersticken. Verzweifelnd und düster rasen die diabolischen Gitarrenwände über dich hinweg und lassen dich wissen, dass du dieser dunklen Welt an der Grenze zur Rationalität niemals entkommen wirst.
se
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veröffentlicht am 05.02.2006 16:47 Uhr 4 Kommentare
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