Ill Fated - Last Decision (EP)

Ill Fated - Last Decision (EP)
Death Metal
erschienen in 2005 als Eigenproduktion
dauert 33:15 min
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. Dawn Of The Dead
2. Perfection Has Failed
3. Last Decision
4. Destial Carnage
5. Lost Forever
6. Soul Devcured
7. War Menger
8. Morbidity Of Love

Die Bloodchamber meint:

Seit 1997 treiben Ill Fated in Hamburg schon ihr Unwesen. ''Last Decision'' ist das zweite Demo der Band, jedoch sind die Songs des ersten aus dem Jahr 2003 stammenden Demos allesamt in neuer Qualität auf dieser CD vorhanden. Also kann man gespannt sein, wie sich der Death-Metal der Band innerhalb von zwei Jahren entwickelt hat.
Von Anfang an sind die im Hintergrund agierenden Melodielinien zu bemerken. Dadurch entsteht hier eine Art von Death, die weder als Death-Metal im klassischen Sinne zu sehen ist, aber auch nicht wirklich als Melodic-Death zu bezeichnen ist. Dieses musikalische Zwittergebilde macht deutlich, dass es der Band darum geht, ihre eigenen Vorstellungen durchzusetzen und man sich nicht mit anderen Bands vergleichen lassen möchte. Ein dichtes facettenreiches Soundgebilde macht sich breit. Das hört sich nun vielversprechend an, ist es dann aber nur bedingt, da es gleichzeitig den Zugang zu den Songs erschwert. Diese zünden erst nach mehreren Durchläufen. Ansonsten zeichnet die Musik ein ordentlicher Groove aus, der sich wie ein Teppich unter die Aufnahme legt. Die Gitarren überzeugen durch ihre unnachgiebigen Lines und unterwerfen sich damit dem Groove, damit das Gebilde wieder stimmt.
Etwas ungewöhnlich ist die fast mystisch klingende Stimme zu nennen, die ich eher im Bereich des Dooms angesiedelt hätte, aber warum nicht? Hat man sich erst reingehört. Passt wieder alles zusammen. Die Produktion ist für meinen Geschmack zu dumpf ausgefallen. Ich hatte häufiger das Gefühl, als ob mir jemand ein Kissen über meine Boxen gelegt hätte. Das trübt den bisher sehr guten Gesamteindruck ein wenig, aber für eine Demoproduktion geht das noch in Ordnung.
Death-Metal abseits der Norm, der leider ein wenig zu spät zündet, aber aufhorchen lässt wird hier geboten. Ich nehme den musikalischen Erguss der Hamburger gerne an. Ill Fated klingen frisch und unverbraucht in einer Szene, die häufig vergeblich nach neuen Elementen sucht. Wenn die Songs beim ersten Durchlauf schon zünden würden, könnte hier etwas ganz Großes entstehen. Aber man wird sehen, was die Zukunft bringt.
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