Absence - The Decomposition Process

Absence - The Decomposition Process
Melodic Death Thrash Metal
erschienen am 27.10.2006 bei Yonah Records
dauert 42:56 min
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. The better truth
2. For the end is yet to come
3. Godmode on
4. Symbols of decay
5. The outcome
6. Dead reckoning
7. Soul reactor
8. Mindbreaker
9. Torrent of hatred (Pt. 1)
10. Open wound
11. The media

Die Bloodchamber meint:

Frische Nachwuchsbands sind in der deutschen Metalszene momentan glücklicherweise keine Mangelware. ABSENCE aus dem Ruhrpott dürfen sich mit stolzgeschwellter Brust in die vordere Reihe der hart rockenden teutonischen Emporkömmlinge gesellen. Die Wurzeln der Band gehen zwar bis ins Jahr 1996 zurück, jedoch hat man es erst jetzt geschafft, ein Debüt-Album einzuzimmern. „The Decomposition Process“ braucht sich hinter den erfolgreichen Genrevettern keinesfalls zu verstecken.

Um ein leichtfüßiges Thrash-Gerüst werden viele schöne Gitarrenmelodien schwedischer Prägung gesponnen. Alles fein säuberlich von altem Staub und müffelndem Moder befreit – fertig ist eine Modern-Death-Thrash-Mischung, wie sie Soilwork oder In Flames auch sehr gut Gesicht gestanden hätte. Schon beim Debüt beweisen ABSENCE viel Geschick, spannende und recht ausgereifte Songs zu schreiben. Freunde des Genres werden angesichts der hier gebotenen Virtuosität, der kompositorischen Treffsicherheit und dem saugut bangbaren Wechsel aus heftigen Thrashattacken und tollen Grooves sicher vor Freude in die Hände klatschen und wie Rumpelstilzchen im Kreis tanzen.

Zum Schluss soll allerdings doch noch mal gemosert werden: Das kräftige Gebrüll ist sicher die günstigste Ergänzung zum Sound, ein klein wenig Variation hätte dem Ganzen allerdings schon nicht schlecht getan. Zumal man sich bei „Dead Reckoning“ auch im klaren Gesang probiert und dabei auch gut punktet. Mehr davon, und der Hörgenuss ist gerettet.
In der Auflistung der Bandmitglieder such man auch vergebens nach einem Schlagzeuger. Ich mag mich total irren und mir mit fetten Metalcore-Glanzproduktionen die Ohren ein bisschen zu heftig poliert haben, aber das, was da auf der Platte den Takt angibt, hört sich verdammt nach einem Drumcomputer an. Sollte tatsächlich ein gestandener Mann aus Fleisch und Blut auf dem Hocker die Stöckchen schwingen, bitte ich vielmals um Entschuldigung, aber auch für das nächste Mal um eine bessere Produktion des Drumsounds. Ansonsten aber ein feines Debüt von ABSENCE, das auf eine glorreiche Zukunft hoffen lässt.
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