Dual-Coma - Decode The Human

Dual-Coma - Decode The Human
Melodic Death Metal
erschienen in 2007 als Eigenproduktion
dauert 28:13 min
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. Unity
2. Supra Human
3. New Breed Warrior
4. Cyber God
5. Satan Squad
6. Visions

Die Bloodchamber meint:

Aus dem benachbarten Polen kommend, präsentieren DUAL-COMA auf „Decode the Human“ melodischen Death Metal, welcher mit einigen Modern-, Thrash- und Industrial-Zusätzen versehen wurde. So ist der Vierer auch nicht sofort einzuordnen, was man ihm zugute schreiben muss.

Es wird auf Thrash-/Death-lastige, häufig Stakkato-artig gespielte Riffs gesetz, welche von typischer Schlagzeugarbeit – gerne auch mit Doublebass – untermalt werden. Gesanglich wird meistens gegrunzt, aber auch klar gesungen und melodischer agiert, was der Scheibe gut tut. Bei „Unity“ klingt diese melodische Stimme mehr nach modernem Metal, bei „Satan Squad“ dagegen eher nach Heavy Metal.
Das hat man zwar alles schon des Öfteren gehört und ich muss bisweilen auch an FEAR FACTORY oder die eine oder andere moderne Gruppe denken.

Nichtsdestotrotz kann „Decode the Human“ teilweise punkten, was nicht zuletzt an den Variationen liegt, die DUAL-COMA in ihre Musik einbringen. Gelungene Übergänge, vor allem durch das Schlagzeug realisiert, bringen Würze in das Ganze; ruhige Zwischenpassagen wie bei „Supra Human“ lockern ebenfalls auf und können darüber hinaus auch ganz gut Stimmung machen.
Dennoch können die Osteuropäer nicht auf ganzer Linie überzeugen, denn die Lieder sind stellenweise noch etwas stumpf und „breiig“ ausgefallen, sodass man b vergeblich nach einem Anhaltspunkt sucht. Dabei muss man jedoch berücksichtigen, dass dieser Eindruck nicht zu jedem Zeitpunkt vorherrscht:
„New Breed Warrior“ ist ein eher nerviges Stück, das auf Dauer zunehmendes langweilt. Dagegen kann das drückende „Cyber God“ schon ganz gut mitreißen.

Auch alles andere bewegt sich irgendwo dazwischen und lässt immer wieder die erwähnten guten Ansätze durscheinen – hier ein feiner Übergang, da ein gutes Solo, einige gelungene Riffs, dort eine interessante Stimmenvariation. Im Gesamten fühlt man sich aber noch in der Musik verloren und sucht etwas vergeblich nach Orientierung.

Für eine kleine Gruppe haben DUAL-COMA eine recht drückende Produktion abgeliefert, sodass man „Decode the Human“ schlussendlich als passables Album betrachten kann. Dieses hat eben seine guten Ideen, welche leider noch zu sehr im unausgegorenen Brei untergehen.
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