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Es wurde ja wirklich mal Zeit, daß BAD RELIGION mit ner vernünftigen DVD über den Teich kommen, denn die bis jetzt erschienenen Digital Versatile Disc waren nicht mal den Kunststoff wert, auf dem sie gepresst wurden – typische Label Abzocke eben. Nun gibt’s aber endlich ein offizielles Produkt aus dem Hause Epitaph, das sich wahrlich sehen lassen kann. Enthalten ist ein 31 Songs umfassender Set, der am 20. und 21. November 2004 im Palladium Hollywoood mit acht Kameras für die Ewigkeit festgehalten wurde.
Bei ihrem Heimspiel verläßt sich die Truppe ganz auf ihre Qualitäten als großartige Liveband und läßt natürlich absolut nichts anbrennen. Unterstützt durch einen glasklaren Sound führen uns BAD RELIGION durch eine musikalische Zeitreise, die mit Ausnahme der ungeliebten Alben „No Substance“ und „The New America“ sämtliche Schaffenszeiten der Truppe umfaßt und somit ausschließlich Klassiker auffährt. Zu Beginn des Gigs liegt der Schwerpunkt noch auf der aktuellen Platte „The Empire Strikes First“, aber spätestens ab Setmitte gibt es ein bunt gemischtes Programm auf die Augen und Ohren, welches wirklich keinerlei Wünsche offen läßt.
Die Bühnenperformance der Band ist zwar nach wie vor eher spartanisch, dafür aber frei von jeden Posen und durchweg sympathisch. Daß die sechs älteren Herren keine typische Punk Band sind, zeigt sich nicht nur am schlichten Outfit und den selbstironischen Ansagen, sondern auch an der Tatsache, daß Greg Graffin in einem echten Gänsehautmoment den „The Gray Race“ Track „Cease“ solo am Piano intoniert – kaum vorstellbar bei einer anderen Band aus diesem Genre. Des weiteren macht diese DVD eindrucksvoll deutlich, daß Brooks Wackerman ein echter Drum Berserker und somit der mit Abstand beste Trommler der BAD RELIGION History ist – der Kerl hat wirklich einen unglaublichen Punch und blastet mal eben alle anderen mir bekannten Punk Drummer in Grund und Boden.
Zwischen den Songs erscheinen dazu immer wieder höchst interessante Interviewschnipsel, welche die Bandhistory grob umreißen und auch nicht mit witzigen Anekdoten sparen – wer hätte zum Beispiel gedacht, daß die jungen Kerls die Band fast „Head Cheese“ getauft hätten ? Igitt ! Der einzige Nachteil besteht aber darin, daß man sich das Konzert bzw. die Interviews nicht getrennt am Stück anschauen kann – oder falls doch, bin ich zu blöd um herauszufinden, wie das geht. Im Gegenzug ist aber die komplette Show untertitelt, was natürlich gerade bei einer Band mit solch kryptischen Lyrics ein echter Gewinn ist. Außerdem kann man so besser mitgrölen.
An Zusatzmaterial enthält der Silberling noch fünf Livesongs aus den Anfangszeiten der Truppe, die zwar historisch unschätzbar wertvoll, qualitativ jedoch kaum genießbar sind. Dazu gesellt sich die obligatorische Fotogallerie sowie die sechs Videoclips zu „Atomic Garden“, „American Jesus“, „Struck A Nerve“, „Sorrow“, „Broken“ und „Los Angeles Is Burning“ – die Cips der Sony Ära fehlen leider aus rechtlichen Gründen.
Trotz dieses Mini-Mankos und des oben genannten Wermutstropfens ist „Live At The Palladium“ nichts anderes als ein echter Knaller geworden. So und nicht anders muß das aussehen. BAD RELIGION, ich liebe euch !
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