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LeChuck [Gastarbeiter]
Dies ist eine Leserkritik, die Redaktion muss nicht zwingend derselben Meinung sein!
 9 Punkte
Da liegt es vor mir, das neue Werk der Kultisten. Blütenweiß wie die Unschuld präsentiert sich das edle Pappcase - das grazile weiße Artwork ist nur zu sehen, wenn sich das Licht etwas darin spiegelt, darunter in feiner Schrift der Titel: "Salvation". Also gänzlich anders als die ersten beiden Alben, die schwarz wie ein Kohlenkeller gestaltet waren. Eingerahmt von ein paar undefinierbaren grauen Schemen ruht die blutrote CD. Hier also hat die Band ihr Herzblut hineingesteckt... herrje, man könnte bei dieser Band mehrere Seiten mit Interpretationen und möglichen Metaphern füllen.

Bleibt also abzuwarten, inwieweit sich auch die Musik geändert hat.

Echoes beginnt langsam, die Gitarrensaiten werden mehr angehaucht als gezupft, dunkle Elektronikklänge unterlegen die leisen Töne. Nach fast vier Minuten entwickelt sich die Tonspuren zu einer Melodie, hypnotische Drums setzen ein, eine zweite Gitarre gesellt sich dazu, die akustische Evolution schreitet fort. Dann , auf dem Weg zum Gipfel, der Break, ein kurzer Trommelwirbel und die bekannten Bleiriffs brechen aus den Boxen, Sänger Klas steuert seine schmerzerfüllten Shouts bei. Wow! Kurz auf die Spielzeit schauen: 12:30 min!

"Vague Illusions" lässt sich 2 Minuten weniger Zeit, entfaltet dabei aber einen wundervollen Wechsel von dynamischen, rifflastigen Parts und ruhigen Momenten, die schon fast zerbrechlich wirken. "Leave Me Here" beginnt als ein Brecher, der dem ersten Eindruck nach auch auf "The Beyond" Platz gefunden hätte, doch geraten die Gitarrenwände später angesichts der entrückten, psychedelischen Soli völlig in Vergessenheit.

Dieses Wechselspiel zieht sich wie ein roter Faden durch die Songstrukturen des Albums, mal mehr, mal weniger ausgeprägt und nicht immer innerhalb eines Stücks. So beschwört "Waiting For You" innerhalb von 10 Minuten einen Sturm herauf, der mit entspanntem Gezupfe und relaxten Drums beginnt und sich langsam zu einem Hurricane entwickelt. "I am waiting for the raging storm/I am waiting for you" brüllt Klas Rydberg auf dem absoluten Höhepunkt, dann nichts mehr, die Gitarren brechen ab, die Welle ist über einen hinweggerollt.

Mit "White Cell" stellen sich erste Ermüdungserscheinungen ein - so gut gemacht das Wechselbad der Gefühle und Tonlagen sein mag, nach einer gewissen Zeit wird es ebenso wie Klas' Pressgesang anstrengend. "Crossing Over" kommt da zur rechten Zeit, denn nun geht es in seichte Soundgefilde, ausladende Elektrosounds sind tonangebend, die Shouts sind deutlich in den Hintergrund gemischt. Am Ende des Songs bricht schließlich die Sonne durch den wolkenverhangenen Himmel und es setzen cleane Lyrics ein. Herrlich! Man merkt: auf diesen Moment hat das Lied 8 Minuten lang hingearbeitet!
Das Album schließt mit "Into The Beyond", nach dem langsamen "Crossing Over" nocheinmal ein unglaubliches Stück Musik, dass alle Stärken des Albums auf 12 Minuten komprimiert. "To escape the suffering we keep our emotions at a distance/So far that our skin becomes our fortress" wird mir entgegengeschrien, während das Keyboard diesen Aufschrei mit heulenden, geisterhaften Tönen unterlegt, und ich möchte sofort zustimmen.

Mittlerweile ist die CD zig-mal durchgelaufen und hat dabei nur äußerst wenig an Faszination eingebüßt - immernoch begeistern die Höhepunkte und der lange Weg zu ihnen, das fragile Soundgerüst und die tonnenschweren Riffs. Das Schöne ist: hier lässt sich wirklich Progressivität feststellen, das Werk klingt experimentell an allen Ecken und Enden und die Gesamtentwicklung der Band lässt sich wunderbar belegen. Schmerz und Verzweiflung, Hass und Depression sind nach wie vor vorhanden, doch wird diese Finsternis von einem sanften, weißen Licht durchbrochen.
"So I take a step into the first morning light. I have found the truth, my end and salvation" steht in der Mitte des leeren Booklets und trifft die Botschaft des Albums auf den Punkt. Einfach nur großartig.
14.02.05 · 1850x gelesen 3 Kommentare


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Cult Of Luna - Salvation

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CD-Info
Genre: Metal
Label: Earache
Format: CD
Release: 2004
Spielzeit: 73:36 min

Tracklist
1.  Echoes
2.  Vague Illusions
3.  Leave Me Here
4.  Waiting For You
5.  Adrift
6.  White Cell
7.  Crossing Over
8.  Into The Beyond


Diskographie
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http://www.cultofluna.com/


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