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Michael Bach [mba]
Experte für pfeilschnelle Gitarren, Gesang in Nicht-Englisch und italienischen & skandinavischen Thrash.
 8 Punkte
Wiederbelebte Thrashbands mit 80er Wurzeln, denen damals der große Durchbruch verwehrt geblieben ist, Teil 237: die kanadischen SACRIFICE. 16 Jahre nach dem letzten Album und mehr als ein halbes Jahr nach der Erstveröffentlichung in Übersee wird nun auch das alte Europa von „The Ones I Condemn“ heimgesucht. Dafür hat man erstmals seit 1991 alle Originalmitglieder zusammengetrommelt, um das immerhin fünfte Album der Bandkarriere aufzunehmen.

Traumwandlerisch sicher bewegt man sich mit sanften, atmosphärischen Klängen durchs lustige Land der Klinkerklunkerelfen. Auch als musikalische Untermalung eines neuen Glücksbärchifilms wäre „The Ones I Condemn“ geeignet. Auf der Reise durch die friedlich daliegende, bunt Landschaft - STOP – Das stimmt natürlich nicht. Denn SACRIFICE sind vieles, aber sicher nicht fröhlich, sanft oder lustig. Zwar wird der heranziehende Sturm in der instrumentalen ersten Minute vorerst nur angedeutet, bricht dann aber mit voller Wucht los. Ein kleines Schmunzeln schleicht sich nur ein, weil Fronter Rob Urbinati in der rauen Stimmlage seiner ersten Töne überraschend gossow-esk klingt. Im weiteren Verlauf ist diese Ähnlichkeit eher selten auszumachen, aber der Start wird so auf kuriose Weise aufgelockert.

Auf der nach oben offenen Unwetterskala des Thrash bewegen sich SACRIFICE in höheren Gefilden, zwischen dem EXODUS Hurrikan und den KREATOR & SLAYER Orkanen. Man wechselt munter und unterhaltsam zwischen rhythmusbetonten Sektionen und meist nicht besonders komplexen Melodien, was dafür sorgt, dass die vorher aufgenommene Energie fast verlustfrei übertragen wird und so weiter präsent bleibt. Um bei diesem brachialen, aber einfachen Rezept keine Eintönigkeit entstehen zu lassen, setzt man mit dem feinen, etwas verschachtelteren „Tetragrammaton“ an der richtigen Stelle eine etwas weniger testosterongeschwängerte Attacke mit mehr Spielraum für die Gitarren, bevor der Sturm wieder mit voller Stärke über den hoffentlich nicht ganz unbedarften Hörer hereinbricht. Besonders der Doppelschlag aus DEM Hit des Albums „Hiroshima“ und dem kaum minder aufgeputschten „The Devil's Martyr“ dürfte sonst den ein oder anderen aus den Schuhen fegen.

Ein Paukenschlag, von dem auch in Jahren noch in höchsten Tönen geschwärmt wird, ist SACRIFICE mit „The Ones I Condemn“ noch nicht gelungen, weil nicht alle Lieder das (sehr) hohe Niveau des Mittelteils halten können, obwohl das Album klanglich stimmig ist, bis auf den 2007 live aufgenommenen Bonustrack der europäischen Albumversion am Ende. Dazu wird der meist ziemlich gepresst klingende Gesang nicht jedem bedingungslos gefallen. Aber ein deutliches Achtungszeichen mit wiedererkennbaren Ecken und Kanten ist den Kanadiern gelungen. In der Form wird wieder mit ihnen zu rechnen sein und vielleicht birgt der zweite Anlauf ja etwas mehr Erfolg als der erste.
Willkommen zurück auf der Thrash-Landkarte, SACRIFICE!
27.01.10 · 1396x gelesen 2 Kommentare


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Sacrifice - The Ones I Condemn

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CD-Info
Genre: Thrash Metal
Label: Cyclone Empire
Format: CD
Release: 22.01.2010
Spielzeit: 45:48 min

Tracklist
1.  We Will Prevail 2:15
2.  The Ones I Condemn 3:21
3.  Give Me Justice 3:27
4.  The Great Wall 4:39
5.  Tetragrammaton 5:03
6.  Atrocity 3:55
7.  Hiroshima 4:19
8.  The Devil's Martyr 2:36
9.  Ultimate Power Corrupts 3:20
10.  Desolation Alive 7:18
11.  Soldiers Of Misfortune (Live 2007, Bonustrack) 5:35


Diskographie
Sacrifice - The Ones I Condemn
Sacrifice
The Ones I Condemn
2010
Sacrifice - Apocalypse Inside
Sacrifice
Apocalypse Inside
1993
Sacrifice - Soldiers Of Misfortune
Sacrifice
Soldiers Of Misfortune
1991
Sacrifice - Forward To Termination
Sacrifice
Forward To Termination
1987
Sacrifice - Torment In Fire
Sacrifice
Torment In Fire
1985

Konzertberichte
Keep It True XIV
Lauda-Königshofen, Taub..
29.04.2011

Band-Info
Sacrifice
Info-Seite

Sacrifice
Band-Homepage
http://www.sacrifice.com.br/


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