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Michael Meyer [mm]
Experte für alles, was es vor 20 Jahren schon gab oder danach klingt
 9 Punkte
Als hätte ich es beim Schlusssatz des Reviews zum Debüt „Blindzone“ bereits vorhergesehen: mit dem im Sommer veröffentlichten „Pain Trust Lies Disharmony“ haben es die saarländischen Todesmetaller ICON tatsächlich geschafft, ein Album nachzulegen, das das Erstwerk mit links in die Tasche steckt und all die kleinen Fehler ausmerzt, die auf „Blindzone“ noch begangen wurden. Dieses Mal klingt alles wie aus einem Guß, die Melodien sind hundertprozentig ausgearbeitet, die Arrangements perfekt. Ein Fakt, der wohl auch ein bisschen Neudrummer Michael Volz (der vormals auch bei den saarländischen Coreknaben EPILOGUE die Stöcke schwang) geschuldet sein dürfte. Gerade dessen wirklich abwechslungsreiche Drumarbeit verleiht den Songs zusammen mit den immer zwischen Death/Thrash-Riffing und melodischen Leads pendelnden Gitarren die Schlagkraft, die beim Erstlingswerk manchmal etwas vermisst wurde.

In diesem Zusammenhang muß auch die Produktion gewürdigt werden. Der von Phil Hillen im SU2-Studio gefertigte Sound braucht sich vor keinerlei Konkurrenz zu fürchten und sorgt dafür, daß das Werk mit brachialer Härte die Membranen der Lautsprecher verlässt, dabei aber immer dynamisch die Details zur Schau stellt.

Was aber genau macht „Pain Trust Lies Disharmony“ nun so wertvoll? Schließlich bringt der beste Sound in Verbindung mit Technik nix, wenn die Songs klingen wie vom Balkon geworfen. Auch in dieser Hinsicht kann Entwarnung gegeben werden: die Herren Weidig und Lorig (der zusammen mit Sänger Thomas Pickard auch bei GODSLAVE hyperaktiv ist) wissen sehr genau, wie man Songs schreibt und spannend arrangiert. Dabei setzt man im Hause ICON immer wieder auf „Laut/Leise“-Dynamik, wiegt den Hörer mit lieblichen Melodien in Sicherheit, um ihm dann im nächsten Moment die Ohren vom Kopf zu reißen (zu hören beispielsweise beim Live-Brecher „Misanthropic Mayhem). Ein anderes Mal darfs sogar ein CHRISTINA STÜRMER-Gedächtnisakkustikintro sein, das das Inferno einleitet („Lies“), während man beim Rausschmeißer „Sea Of Suffering (Revenge PT. 2) nicht einmal vor weiblichen Vocals (vorgetragen von CHEENO-Sängerin Jennie Kloos) halt macht. Gerade der genannte Rausschmeißer bündelt alle Facetten des Albums, pendelt zwischen hart und zart, beinhaltet einen der zermalmendsten Parts ever und mündet in einem Klavieroutro, das den Hörer wieder auf den Boden zurückholt und ihn ermutigt, die Repeat-Taste zu drücken.

Ganz ehrlich: mit „Pain Trust Lies Disharmony“ wurde eine Meßlatte gelegt, deren Höhe nicht nur die lokale/nationale Melo-Death-Szene so einiges an Respekt einflößen dürfte. Die verstärkte Neubesetzung an den Drums hat zum stärksten Line-Up der Band geführt, so daß für die Zukunft noch einiges zu erwarten ist!
29.12.09 · 1890x gelesen 0 Kommentare


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Icon - Pain Trust Lies Disharmony



CD-Info
Genre: Death Metal
Format: CD
Release: 2009
Spielzeit: 43:55 min

Tracklist
1.  Trust
2.  Lies
3.  The Beast
4.  Cold Mountain
5.  Disharmony
6.  Misanthropic Mayhem
7.  The Gate
8.  My Private Hell
9.  The Road To Suicide
10.  Pain
11.  Sea Of Suffering (Revenge PT. 2)


Diskographie
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