Fake Idols - Fake Idols

Fake Idols - Fake Idols
Modern Metal / Rock
erschienen am 25.04.2014 bei Lifeforce Records
dauert 47:14 min
Bloodchamber-Wertung:
Community-Wertung:
(2 Stimmen)
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Tracklist

1. One Way Trip
2. My Hero
3. Switch
4. Push Me Down
5. When The Curtain Closes
6. Far From My Window
7. No One
8. I Am Wrong
9. My Favourite Game (The Cardigans Cover)
10. The Prankster
11. All My Memories
12. The Trap Of A Promise

Die Bloodchamber meint:

Aus der Mitte entspringt ein Fluss und aus der Asche von SLOWMOTION APOCALPYSE sowie RAINTIME haben sich die FAKE IDOLS formiert. Vervollständigt wird die Reihe Claudio Coassin, Enrico Fabris, Ivan Odorico & Ivo Boscariol vom ehemaligen JAR OF BONES Gitarristen Cristian Tavano. Aus diesen Namen darf man korrekt schlussfolgern, dass die Band aus Italien stammt, ihre Musik spielt allerdings weder in Klischeeregionen noch in den einstigen Melodic Death Gefilden, wobei der Bandname einem Lied der letzten RAINTIME Scheibe „Psychromatic“ entstammt und eine gewisse musikalische Schnittmenge zu diesem Album existiert. Geboten wird geradliniger munterer Rock an der Härtegrenze zu modernem Metal, der den ausgehungerten Coveroffizier vorerst als Partygeneral ausweist – so rechtfertigt sich dann wohl auch die Discosterneflut im Hintergrund.

Passend zum Plan ist „Fake Idols“ auf unmittelbare Wirkung ausgelegt, was dank deutlich betonter Refrains, schmissiger Melodien und eingängiger Rhythmen einwandfrei funktioniert. Um die Chose nicht zu eindimensional (lies: langweilig) werden zu lassen, gibt es ein paar recht effektive kleine Überraschungen wie die wandlungsfähige Gitarre in „When The Curtain Closes“ oder die Entscheidung für „My Favourite Game“ von THE CARDIGANS als Cover. Im Vergleich zur rigoros auf Effizienz getrimmten Rhythmik sind sie allerdings nur ein kleines Licht am Ende des ab Halbzeit immer länger werdenden 47minütigen Albumtunnels, denn nach den trotz etwas übereifrig vorgetragenen „Hey! Hey!“-Rufen ausnahmslos starken ersten fünf Liedern wird es zunehmend beliebiger.

Schuld daran sind verschiedene Faktoren, die sich für mich in Summe wie der Versuch, doch noch ein wenig Ernsthaftigkeit einzubringen, darstellen: Die Geschwindigkeit wird gedrosselt, der Spaß- bzw. Unfugfaktor der Texte zurückgeschraubt und die Lieder sind nicht mehr ganz so eindeutig auf den Refrain zugeschnitten, hinzu kommt ein melodramatisches Zitat in Form einer Reminiszenz an „My Immortal“ (EVANESCENCE) zu Beginn von „All My Memories“. Eine derartige Sortierung könnte auf Platte womöglich Sinn machen, um beiden Seiten unterschiedliche Charaktere zu verleihen, überzeugt aber leider hinten und vorne nicht. Der letzte und entscheidend mitverantwortliche Faktor dafür ist Sänger Claudio Coassin, weil sein charakteristisch näselndes Organ, das man lieben oder hassen darf, mit dem gedrosselten Schwung der B-Seite wesentlich weniger prägnant in Szene gesetzt wird.

Als plausible und gelungene Fortsetzung RAINTIMEs mit anderem musikalischen Fokus operiert die erste Hälfte von „Fake Idols“ auf dem gleichen Niveau wie die Abschiedsvorstellung der alten Band, der kaum begeisternde, unauffällige zweite Teil reißt aber letztendlich mit dem Arsch ein, was die FAKE IDOLS sich zuvor aufgebaut haben. Schade drum.

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