Pénitence Onirique - V.I.T.R.I.O.L.

Pénitence Onirique - V.I.T.R.I.O.L.
Black Metal
erschienen am 16.09.2016
dauert 47:20 min
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Tracklist

1. L'âme Sur Les Pavés 08:36
2. Le Soufre 09:56
3. Le Sel 10:48
4. V.I.T.R.I.O.L 09:19
5. Carapace De Fantasme Vide 08:39

Die Bloodchamber meint:

PÉNITENCE ONIRIQUE ist ein 2015 gegründetes Duo aus Chartres, dessen Debüt "V.I.T.R.I.O.L." Mitte letzten Jahres zunächst über Bandcamp veröffentlicht wurde. Ein paar Monate später trat dann die ebenfalls französische Schwarzschmiede Les Acteurs De L'Ombre auf den Plan, was in einem überaus schicken Digipak-Release über deren Sublabel Emanations mündete.

Wie Albumtitel und das ominöse Cover vielleicht vermuten lassen, herrscht im Verlauf der gut 45 Minuten selten Sonnenschein: Musikalisch widmen sich PO einer Mischung aus schwedischem Kulturgut a la BLODSRIT und jüngerer französischer Schule, was sich in melodischer und dabei überwiegend rasender Kost niederschlägt. Wirklich fies kommt "V.I.T.R.I.O.L." aber nicht beim Hörer an, da die Drums im Mix etwas abfallen und sämtliche Dynamik über die gar nicht mal so agressiven, in die Breite gehenden Gitarrenläufe abgewickelt wird. Im Zusammenspiel mit der recht nebligen, postmetallisch wattierten Produktion und dem sehr gut hörbaren (recht simplen) Bass wirken die überwiegend langen Stücke dadurch eher flächig, fast getragen. Im Titeltrack wird es kurzzeitig sogar richtig doomig, bevor man dem Kesselknecht wieder Leine lässt.
Insgesamt wird die Scheibe von monolithischen Kompositionen dominiert, die mitunter noch etwas zu ausdauernd auf den für sich überzeugenden Themen herumreiten und dadurch Potenzial verschenken: 8+ Minuten möchten selbst im atmosphärischen Black Metal gefüllt werden und das mittig platzierte "Le Sel" mit seinen interessanten Soundvariationen zeigt neben dem vergleichsweise zwingend wirkenden Albumcloser, dass PÉNITENCE ONIRIQUE durchaus wissen, wie man den Hörer bei der Stange hält. Mehr Mut zum Ornament könnte auf kommenden Veröffentlichungen also den Ausschlag geben.
Gesangsseitig gibt es guten Standard, der vor allem durch seine gedehnte Artikulation auffällt: Das lang gezogene, kehlige Kreischen legt sich wie giftiger Hauch über die Stücke, während die (zu) selten eingesetzten Growls aus dunkelsten Kavernen ans Ohr zu dringen scheinen. Insgesamt eine solide Vorstellung, die allerdings noch ausbaufähig ist. Umso mehr, da die französischen Texte über irdische Last und Erlösung offenbar recht poetisch ausfallen.

PÉNITENCE ONIRIQUE haben mit ihrem Debüt ein ästhetisches Fundament gesetzt - in der Folge gilt es nun, diesem grundsätzlich ansprechenden Gerüst all die Details und die Tiefe mitzugeben, die aus einer guten Scheibe ein Album zum Zurückkehren machen.
Freunde melodischer Schwärze testen bis dahin am besten mit dem prototypischen Opener, inwieweit das Teil auf den persönlichen Einkaufszettel gehört:

"L' âme sur les pavés" bei Youtube

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