Allvaters Zorn - Geburt (EP)

Allvaters Zorn - Geburt (EP)
Black Pagan Metal
erschienen in 2007 als Eigenproduktion
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. Der Sturm
2. Der Monolith
3. Geburt
4. Heimathafen

Die Bloodchamber meint:

Beginnen wir diese Rezension doch erst einmal mit einer Entwarnung an eventuelle Befürchtungen, denn ALLVATERS ZORN widmen sich nicht gängigem(!) „Pagan/Folk Metal-Gedöns“, wie vielleicht manch einer in Anbetracht des Namens zu Unrecht vermuten könnte - auch wenn davon abgesehen nur der aktuelle Strom derartiger Gruppen für die Verunglimpfung solcher Bandnamen sorgt, der hier gewählte Name soll damit nämlich nicht indirekt kritisiert werden.
Bemängeln kann man an „Geburt“ ohnehin nicht allzu viel, denn das Album entführt einen auf eine vierzigminütige Reise voller Atmosphäre und Emotionen, fernab dumpfer, absolut unnötiger Black Metal-Klischees. „Tao“ und „Ansgar“, ihres Zeichens Musiker bei ALLVATERS ZORN und letzterer auch bei GRABNEBELFÜRSTEN, liefern hier sehr eigenständigen, überzeugenden Black Metal mit dezenter Pagan Metal-Note ab, welcher sich durchweg im epischeren, sphärischeren Bereich bewegt und dennoch mit einer passenden Ladung Kantigkeit versehen ist.

Von der ruhigen, Ambient-artigen Ausleitung „Heimathafen“ abgesehen, besteht das Album aus drei Stücken. „Der Sturm“ leitet mit geheimnisvollen Chorus-Klängen und trauriger Schwarzmetallmelodik den Reigen ein und kombiniert sich mit rhythmischeren Riffs sowie variabler Stimme: Diese schreit des Öfteren markant und verzweifelnd die deutschen Texte in die Nacht hinaus, wird jedoch immer wieder durch klaren Gesang ergänzt.

Ebenfalls von großer Bedeutung sind die ruhigen, vernebelten Zwischenspiele, welche immer wieder für Gänsehaut sorgen. Diese tragen auch bei „Der Monolith“ ihren Teil zur Phaszination bei. Dieser Titel ist deutlich ruhiger aufgefallen und wird über weite Teile von halbakustischen, vernebelten Klängen und stellenweisen gesprochenen Passagen getragen. Diese werden immer wieder mit Ausbrüchen melancholisch-düsterer Energie versehen und machen „Der Monolith“ so zu einem sehr atmosphärischen Lied.

Mit dem folgenden Titelstück verhält es sich nicht anders, ergießt sich dieses doch in epischer, dramatischer Melodik und düster-deftigen Riffs und überzeugt wiederum durch Abwechslungs- und Ideenreichtum.
Nicht unbedingt von der Stimmung direkt, aber was die Ausstrahlung anbelangt, würde ich vielleicht vorsichtig Namen wie NAGELFAR aufführen, auch wenn ALLVATERS ZORN nicht an die Klasse des atemberaubenden Vermächtnisses der deutschen Formation heranreichen – doch darum geht es primär ja auch gar nicht.

Dass ALLVATERS ZORN auf dem Wurzelgeister-Sampler zusammen mit anderen Bands wie LUNAR AURORA, NAGELFAR, PAYSAGE D’ HIVER, GRABNEBELFÜRSTEN, NOCTE OBDUCTA und weiteren vertreten sind, muss ja noch nichts heißen, kann aber der besseren Einordnung des hier dargebotenen musikalischen Charakter vielleicht ganz dienlich sein.
Einziger Wehrmutstropfen an „Geburt“ ist wohl das programmierte Schlagzeug, welches die meiste Zeit doch recht künstlich klingt. Dies sollte den geneigten Hörer hochwertiger Musik jedoch nicht davon abhalten, in einer ruhigen Stunde ALLVATERS ZORN einmal ein Ohr zu schenken.
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