Heaven Shall Burn - Iconoclast (Part One: The Final Resistance)

Heaven Shall Burn - Iconoclast (Part One: The Final Resistance)
Melodic Death Metal
erschienen am 25.01.2008 bei Century Media
dauert 58:19 min
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. Awoken
2. Endzeit
3. Like A Thousand Suns
4. Murderers Of All Murderers
5. Forlorn Skies
6. A Dying Ember
7. Joel
8. Quest For Resistance
9. Black Tears
10. The Bombs Of My Saviours
11. Against All Lies
12. The Disease
13. Equinox
14. Atonement

Die Bloodchamber meint:

Olli Obermosher kann sich vor Aufregung kaum noch zurückhalten und fängt schon bei der Nennung des Bandnamens an, mit den Armen zu rotieren. Dabei kann er zwar schlecht die CD in den Player befördern, aber er hat einen Trick gefunden, das mit Hilfe gezielter Roundhouse-Kicks hinzubekommen. Was ist los? Genau. Es gibt ein neues HEAVEN SHALL BURN-Album. Dieses hört auf den Namen „Iconoclast“ und bietet genau das, worüber Olli sich freut.

Auch Fans der melancholischen Instrumentale von Ólafur Arnalds, der schon das „Antigone“-Album veredelte, dürfen sich freuen, denn auf „Iconoclast“ werden gleich zwei Stücke des isländischen Komponisten eingebaut. Das verletzliche Intro „Awoken“ leitet genauso glorreich in den ersten Song über wie seinerzeit „Echoes“ in „The Weapon They Fear“. „Endzeit“ ist dabei ein echter HSB-Vorzeigesong, der einer ausgewogenen und energiereichen Mischung aus Blastbeats, krachenden Riffs, Melodien und ausdrucksstarken Vocals die Stärken der Band gekonnt zusammen führt. Kraftvolle und oft wiederholte Textzeilen wie „We Are The Final Ones. We Are The Final Resistance“ werden diesen Song wohl zu einer weiteren Bandhymne machen.

Wie es sich für ein HSB-Album gehört, gibt es auch im Folgenden kaum eine Verschnaufpause. Die typischen Trademarks der Band werden zu hochwertigen Moshpit-Granaten geformt, die definitiv keinen Stein auf dem anderen lassen. Wieder einmal das Gute daran: Jeder Song strotzt nur so vor vertonter Aggression und Leidenschaft. HSB schaffen es, wie keine andere Band, das Herzblut, das sie in ihre Musik stecken, so hörbar zu machen.
Ein wenig schade allerdings, dass „Iconoclast“ kaum Überraschungen bereit hält. Im Verlaufe des Albums, das immerhin stolze 14 Tracks vorweisen kann, findet man kaum etwas Neues, dafür viel Bewährtes im hochqualitativen Format. Kleine Aufhorcher sind der kurze mit Elektro-Beats unterlegte Part bei „Murderers For All Murderers“, das abwechslungsreiche, teils mit Keyboards unterlegte „A Dying Ember“ und das reine Instrumental „Atonement“, welches die Platte abschließt. Auffällig heraus sticht auch „Black Tears“, bei dem es sich um eine Coverversion von EDGE OF SANITY handelt.

Nur mit rein musikalischer Kraft geben sich HSB aber noch lange nicht zufrieden. Wie schon bei den Vorgängeralben sind Inhalt und Botschaft von gewichtiger Bedeutung. „Iconoclast“ ist ein Konzeptalbum, das die Geschichte der Ikonoklasten – Krieger, die den Tod Gottes rächen – erzählt. „Jeder Song erzählt eine Geschichte mit realem Hintergrund. Aber im Ganzen sind alle Songs mit der Geschichte der Kriegerkaste namens „Ikonoklasten“ verwoben,“ erklärt Gitarrist Maik Weichert das Konzept.
Es lohnt sich auf jeden Fall, sich mit dem anspruchsvollen Inhalt und dem beeindruckenden Booklet näher auseinander zu setzen. Auch wenn „Iconoclast“ keine großen musikalischen Sprünge macht – die von den Fans auch sicher unerwünscht sind - , kann man nur sagen, dass HSB hier wieder einmal Großes geleistet und Messlatten hoch gelegt haben.
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