Red Harvest - The Red Line Archives

Red Harvest - The Red Line Archives
Death Metal / Industrial / Elektro
erschienen am 16.05.2008 bei Indie Recordings
dauert 46:50 min
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. Move or be moved (Full Version Mix 2008)
2. Dead (Sick Transit Gloria Mundi - 2002: Refactor 2008)
3. Last call (Cold Dark Matter - 2000)
4. Abstract moral - Junction Mix (Internal Punishment Programs - 2004, Remix 2008)
5. Sythesize my DNA (Internal Punishment Programs - 2004)
6. Bleed (1996/2008)
7. 4418 (Internal Punishment Programs - 2004)
8. Desolation (Sick Transit Gloria Mundi - 2002)
9. Technocrate (Dunkelhet Version 2008 Mix)
10. Cyborg era / Dead end (Remix 2008)
11. The central sun, Part 1 (1996)

Die Bloodchamber meint:

Ich fange mal so an: RED HARVEST sind für mich wohl eine der härtesten Metalbands auf diesem Planeten. „A Greater Darkness“ läuft bei mir noch immer oft auf und ab, weil mich die Intensität und Heavyness der Norweger fasziniert. Nun ziehe ich mir das x-te Mal „A Red Line Archives“ rein und finde immer neue Momente, die mich begeistern. Wer jedoch Metal erwartet, der wird erstmal zurückschrecken, denn was Ofu Khan und seine Nordmänner hier abliefern, das ist purer Industrial. Und der ist äußerst heftig.

Experimentell waren RED HARVEST ja schon immer und somit auch für Überraschungen gut, aber „The Red Line Archives“ übertrumpft alles. Was LINKIN PARK mit „Reanimation“ versuchten, schaffen RED HARVEST eindrucksvoller, enthusiastischer und vor allem authentischer. Sicherlich, die beiden Bands miteinander zu vergleichen, das ist als würde man ein Foto von Helga Feddersen und Charlize Theron nebeneinander legen, um rauszufinden, wer von denen attraktiver ist. Naja, jedenfalls haben RED HARVEST Songs von vergangenen Alben als Remix veröffentlicht und der Albumtitel ist wirklich gut gewählt, da sich der rote Faden wirklich vom ersten bis zum letzten Ton langschlängelt.

Disharmonisch beginnt das Album, bevor sich der Takt in kraftvollen Triphop-Loops mit Gitarren, Keybords und teils klarem Gesang vermengt. „Last Call“ vom 2000er „Cold Dark Matter“ Albums, könnte auch von einer EBM-Band kommen. Ein geile Melodie, fast flüsternder Sprechgesang von Ofu, schleppender Rhythmus und dennoch intensiv. Dem schließt sich „Abstract Moral“ an, der in dieselbe Kerbe haut. Geil.
Metal sucht man hier fast vergebens. Sicherlich kommen Gitarren zum Einsatz, aber die elektronische Sparte dominiert hier sehr deutlich. Einzig und allein „Technocrate“ ist im Highspeed-Tempo und mit sägenden Gitarren im Black-Metal-Stil.

Auf „The Red Line Archives“ sind zwar sämtliche Songs remixt und dennoch sind die Tracks wieder erkennbar und nicht bis zur Unkenntlichkeit elektronisiert. Ich kann nur raten, Euch die Scheibe mal anzuhören. Wer RED HARVEST mag, wird auch dieses Album mögen, da bin ich mir sicher. Und vor allem: Zieht sie Euch laut rein!
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