Marionette - Spite

Marionette - Spite
Modern Melodic Death Metal
erschienen am 25.04.2008 bei Listenable Records
dauert 43:40 min
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. Parasite
2. Legion
3. Release
4. Flies
5. Closed Doors
6. Burn Me
7. In Spite
8. To Make Men
9. Dead Boys And Girls
10. This Pain That We Refuse
11. Black Hand
12. This Is The End

Die Bloodchamber meint:

Wenn man aus Göteborg kommt, was liegt da näher als eine Melodic Death Metal Band zu gründen. Das haben sich wohl auch diese jungen Herren gedacht, als sie 2005 MARIONETTE ins Leben gerufen haben. Mit „Spite“ feuert man dem geneigten Hörer jetzt das Debütalbum um die Ohren.

Dazu haben sie ungefähr alles aufgefahren, was man heutzutage auf einem Album unterbringen kann, um nachher noch wie eine Melodic Death Metal Band im modernen Gewand zu klingen. Neben drückenden Soundwänden, die von allen Instrumenten zusammen aufgebaut werden, gibt es aus dem Keyboard auch mal orientalische Flötenklänge („Release“) oder Raumschiff Orion Tribute Effekte („Burn Me“). Dazu Gitarren, die grooven, sägen oder sehr eingängige Melodien mit fast schon poppigen Harmonien (z.B. „Release“) aus dem Ärmel schütteln. Viel moderne IN FLAMES, eine Spur THREAT SIGNAL und eine Menge SONIC SYNDICATE lassen sich bei MARIONETTE finden, wobei der letzte Vergleich zum Teil auch durch das völlig übertriebene Styling auf einigen Bandfotos begünstigt wird… Sänger Axel Widen strapaziert seine Stimmbänder meist mit aggressivem Geschrei, das wie in „Flies“ auch mal ganz schön giftig klingen kann und regelmäßig von einzelnen Growls und in den Refrains oft von dem fast schon obligatorischen hohen & klaren Gesang unterstützt wird.
Gerade bei den schon erwähnten „Release“ und „Burn Me“ funktioniert diese Mischung hervorragend. Tempowechsel, Melodieideen und bei „Burn Me“ dazu noch ein absoluter Ohrwurmrefrain, verlangen fast schon vehement eine Singleauskopplung.

Aufs Ganze gesehen wirkt das alles nicht gerade unkalkuliert. Lecker geschminkte Jungs, die böse gucken und harte Musik machen. Hat man in den letzten Jahren schon ein bis zweimal gesehen, und aus dem Stehgreif fallen mir mehrere Alben ein, die im Vergleich zu „Spite“ frischer und besser wirken und weniger Lieder enthalten, die auch nach vielen Durchgängen im „Ist schon ok, aber auch nicht so toll“-Status verbleiben.

Neben der Mittelmäßigkeit vieler Lieder ist die Produktion wirklich enorm flächig geraten und verwischt so die ein oder andere nette Kleinigkeit in den Liedern, weil ständig ein sehr hohes Geräuschniveau vorherrscht.
Wenn alle Lieder die Qualität von „In Spite“, „Release“ oder „Burn Me“ hätten, wären epische Lobeshymnen angebracht gewesen, so gibt es eine Wertung die durch die Hits auf überdurchschnittliches Niveau gebracht wird.
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