Kalmah - For The Revolution

Kalmah - For The Revolution
Melodic Death Metal
erschienen am 30.05.2008 bei Spikefarm Records
dauert 43:53 min
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. For The Revolution
2. Dead Man's Shadow
3. Holy Symphony Of War
4. Wings Of Blackening
5. Ready For Salvation
6. Towards The Sky
7. Outremer
8. Coward
9. Like A Slave

Die Bloodchamber meint:

30 Grad im Schatten. Man kann der Hitze nicht entkommen und jedes Mittel zur Abkühlung ist willkommen. Was kann es da Besseres geben als die neueste Swamp Metal Attacke aus dem Hause KALMAH…

Nachdem es sich bei „For The Revolution“ bereits um das fünfte Studioalben der Finnen handelt, braucht man eigentlich nicht mehr viel zum Stil sagen. Oder doch?
Die Entwicklung, die mit „The Black Waltz“ auf einem vorläufigen Höhepunkt angekommen war, wird auf dem neuen Album konsequent weitergeführt, was vielleicht auch mit der Tatsache zusammenhängt, dass das Besetzungskarussell bei KALMAH mittlerweile seit einigen Jahren still steht. Es wird weiterhin Melodic Death Metal mit jeder Menge schmissiger Gitarrenmelodien gezockt. Hier und da gibt es auch mal thrashige Riffs, einige galoppierende Übergänge und überraschend viele Soli, was alles der Musik noch zusätzliches Feuer verleiht.

Besonders hervorzuheben sind auf „For The Revolution“ aber zwei andere Punkte. Im Vergleich zu früheren Werken hat Sangesmeister Pekka Kokko sich jetzt für eine ausgewogene Balance zwischen tiefen Growls und kehlig-heiserem höheren Gesang entschieden, ohne dass eins von beidem dominierend ist. Diese Mischung arbeitet besonders gut zusammen mit dem zweiten Punkt, der erwähnt werden muss: das Keyboard. Es ist nicht unbedingt Business as usual, dass eine Band das Keyboard so harmonisch in die Songs einbindet, dass es weder nervig rumdudelt noch die Lieder dominiert. Aber KALMAH haben nicht nur diese Klippe gemeistert, sondern sie verstehen es, jedem einzelnen Lied durch das Keyboard eine zusätzliche Tiefe zu verleihen, die es so seit Jahren nicht mehr oft zu hören gab. In manchen Momenten erinnert es mich von der Atmosphäre fast an das zeitlos gute „Tales From The Thousand Lakes“ von AMORPHIS, auch wenn das für einige wahrscheinlich ein etwas hoch gegriffener Vergleich ist.

Obendrauf gibt es mit dem fetzigen und druckvollen “Outremer” einen richtigen Hit und Stücke, die im Gesamtbild klar abfallen, gibt es einfach nicht. Das einzig anfänglich befremdliche sind die Chorrufe in den Refrains einiger Lieder. Vor allem beim Titelsong und „Holy Symphony of War“ kommen diese Rufe so stakkatohaft und aggressiv daher, dass man im ersten Moment vor den vermeintlichen Gangshouts etwas zurückzuckt, aber diese Irritationen legen sich glücklicherweise nach wenigen Durchgängen schnell.

Mit „For The Revolution“ ist KALMAH ein Album wie aus einem Guss gelungen und der einzige Grund, der einen Erfolg verhindern könnte, ist der vor der Tür stehende Hochsommer. Denn die Musik ist eigentlich genau richtig für einen wilden abendlichen Herbststurm. Bis dahin taugt es aber auch sehr gut zur Untermalung der zur Zeit zahlreichen Sommergewitter.
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