Angel Blake - The Descended

Angel Blake - The Descended
Metal / Rock
erschienen am 30.05.2008 bei Dynamic Arts Records
dauert 46:29 min
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. Anywhere But Here
2. Defenseless
3. Again
4. When All The Lights Are Out
5. Alone
6. Wasn´t Meant To Last
7. In Silence - Augerum
8. The Descended
9. Silent Voice
10. You´ll Never Need To Feel Again

Die Bloodchamber meint:

Der Start von Ex-THE CROWN Gitarist Marko Tervonen mit seiner melancholischen Heavy Rock Band ANGEL BLAKE war mehr als holprig. Das gleichbetitelte Debütalbum zeigte viel Licht, aber auch jede Menge Schatten, Metal Blade sagte auf Wiedersehen und Sänger Tony Jelencovich (u.a. MNEMIC), sowie Gitarist Christian Älvestam (SCAR SYMMETRY) hauten gleich mit ab. Aber bevor man einfach die Segel streicht, sucht man sich lieber gleichwertigen Ersatz. Den gibt’s in Form von Tobias Jansson, der mit seinem Organ dem Gesamtbild eine etwas hellere, weniger düstere Note verpasst, aber durchaus zu gefallen weiß. Mit „The Descended“ steht nun das Nachfolgealbum bereit und vieles soll einfach besser werden. Gelingt es?

Die Reminiszenzen an die finnischen Düsterrocker SENTENCED sind noch deutlicher geworden. Schon das Bandfoto im traurigen Schneeregen erinnert stark an das Abschiedskonzert der Wodkalegende aus Oulo. Für langatmige, fast doomige Stücke wie auf dem Vorgänger lässt „The Descended“ keinen Platz. Hier wird gerockt, gegroovt und mit eingängigen Refrains nur so um sich geworfen. Und doch fehlen dem Album ein wenig die Hits. Die Melancholie hat einem recht typischen Goth Rock orientierten Sound Platz gemacht, richtig wachrüttelnde Ideen und spektakuläre Momente sucht man vergeblich. Die Single „Defenseless“ steht fast stellvertretend für das gesamte Album: stark nach vorn rockend treibt der Song einem Mitsing-Refrain entgegen, wird von Janssons recht variabler Gesangsdarbietung verfeinert, mündet in einen fast schmusigen Part und wabert dann matteschwingend seinem Ende entgegen. Der Titelsong bietet den einen oder anderen Wachrüttler, aber so ganz zünden wollen die Screams dabei auch nicht. Auch die nachdenkliche Halbballade „Silent Voice“ will sich nicht so recht im Gehörgang festsetzen und der Schlusstrack erinnert stark an die belanglosen doomigen Nummern des Vorgängers.

ANGEL BLAKE haben ein gradliniges, ehrliches, recht zeitloses Heavy Rock Album abgeliefert, dem es allerdings an Gefühl, spannenden Ideen und dem Gewissen Etwas fehlt. Oft werden die Titel sinnlos in die Länge gezogen und man nähert sich unweigerlich der Skiptaste. Während auf dem Vorgänger mit „Retaliate“ oder „Thousand Storms“ noch sowas wie echte Hits waren, herrscht auf „The Descended“ der pure Durchschnitt. Das Album bleibt somit eine Empfehlung an Fans rockiger Düsternis mit Hang zur labilen Eingängigkeit.

P.S.: Der Vorgänger hätte von meiner Seite übrigens 7,5 Punkte bekommen…
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