Ihsahn - AngL

Ihsahn - AngL
Progressive Metal
erschienen am 13.06.2008 bei Candlelight Records
dauert 47:24 min
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. Misanthrope
2. Scarab
3. Unhealer
4. Emancipationn
5. Malediction
6. Alchemist
7. Elevator
8. Threnody
9. Monolith

Die Bloodchamber meint:

Mit seinem Debüt-Soloalbum „The Adversary“ hat EMPEROR-Meisterhirn Ihsan bereits gezeigt, welche Fähigkeiten sich in ihm verbergen. War sein Talent bei EMPEROR schon seit langem bekannt, so konnte er sich mit diesem Werk einen Gottstatus im Bereich fortschrittlicher Düsternis erarbeiten. Die Frage war damals eben nur, ob man dieses Niveau halten oder gar toppen könnte.

Die Antwort auf diese Frage liefert Solowerk Nummer 2, „AngL“, das unmissverständlich klar macht, daß man es mitnichten mit einer Eintagsfliege zu tun hat. Viel zu lang ist Ihsahn nun erfolgreich im Geschäft, um seine Diskographie mit halbgarem Stückwerk zerstören zu wollen. Zwar kann man das Erstlingswerk nicht überbieten, aber man bewegt sich aber auf alle Fälle auf gleicher Ebene. Alles ist NOCH progressiver, NOCH abwechslungsreicher ausgefallen.

Ich vermute mal, daß es niemand anderes so perfekt versteht, Siebziger-Jahre-Prog mit harschem Orchestral-Black Metal zu verbinden, die Arrangements dermaßen perfekt ineinander fließen zu lassen. Während der Eröffnungstrack „Misanthrope“ ein Black Metal-Inferno in der Tradition der kaiserlichen Ex- und Wiederband darstellt, so punktet schon das nachfolgende „Scarab“ mit ruhigeren Klängen, während „Unhealer“ in OPETH-Regionen (ohne deren einschläfernde Langeweile) abdriftet, was nicht nur am Gastgesang von Mikael Akerfeld liegt. Und mit dem folgenden „Emancipation“ tritt man progressiv in komplett neue Sphären ein und verschafft dem Hörer eine wohlige Gänsehaut nach der anderen.

Den Gegensatz zu den oben genannten Abfahrten liefert danach „Malediction“, das in einer Höllengeschwindigkeit aus den Boxen fährt und an ganz frühe EMPEROR-Zeiten erinnert, aufgelockert von der wieder mal famosen Gitarrenarbeit des Meisters. Somit wird also auch hier der Stumpfsinn zuhause gelassen, jedoch ohne den black metallischen Spirit zu verlieren. Große Kunst!!!

Ums kurz zu machen: „AngL“ ist wie schon sein Vorgänger eine einzige Achterbahnfahrt, ein Album, das so gut wie keine Grenzen kennt. Ein Meisterwerk des Extremstahls!!!
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