Chimaira - The Infection

Chimaira - The Infection
Modern Thrash Metal
erschienen am 24.04.2009 bei Nuclear Blast
dauert 53:35 min
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. The Venom Inside
2. Frozen in Time
3. Coming Alive
4. Secrets Of The Dead
5. The Disappearing Sun
6. Impending Doom
7. On Broken Glass
8. Destroy And Dominate
9. Try To Survive
10. The Heart Of It All

Die Bloodchamber meint:

23.04.
Liebes Tagebuch,
morgen ist es soweit. Ich werde mir „The Infection“ verabreichen und die Ergebnisse systematisch festhalten. Alle Vorbereitungen sind getroffen, das Testament aufgesetzt und mögliche musikalische Ablenkungsgegenstände sicher verstaut. Die Beschallung kann beginnen…

24.04.
Die ersten Dauerrotationen verliefen ereignislos. Ich habe keinerlei Veränderungen feststellen können. Die Musik gleitet einfach so dahin, fast wie ein Hintergrundrauschen ohne Wiedererkennungswert. Ich verspüre nur Druck, Wucht, Groove und finstere Atmosphäre. Wo sind die eingängigen Abrissbirnen einer „Resurrection“ hin. Welches Konzept verfolgen CHIMAIRA hier?

26.04.
Innerhalb der letzten beiden Tage habe ich das Intensitätsniveau der Experimente erhöht. Die akustische Verabreichung über Kopfhörer und höchste Lautstärke hat tatsächlich zu einigen Gefühlseruptionen geführt. Auch mein abgefahrener Individual-Moshpit hat durchaus Laune gemacht. Hoffentlich hat mich niemand gesehen. Bin ich etwa bereits infiziert? Ich muss vorsichtiger sein.

27.04.
Nichts ist passiert. Trotz weiterer Hörexperimente erfolgte keine Infektion.

28.04.
Ich habe mich heute sinnlos betrunken. Nachdem mich die ersten Sekunden von „The Venom Inside“ an METALLICA und die gute alte Zeit erinnert haben, flossen einige gerstensafthaltige Kaltgetränke durch meine Kehle. Tatsächlich wirkte die musikalisch-moderne Thrash Wand auf einmal enorm mitreißend. C2H5OH + CHI/“Infection“ = gute Laune.

29.04.
Auch das Schlafexperiment zeigte keine Wirkung. Die Infektion erfolgt also nicht durch intensivarmes Hören über Nacht. Dennoch steigt das Hörvergnügen exponentiell mit der Anzahl an Rotationen. Einzelne Passagen wirken einprägender als zuvor, aber die Songs an sich und das gesamte Album bleiben irgendwie kalt und leer.

30.04.
Ich habe eine unbedarfte, alternativ-rockende Grillgesellschaft an meinem Experiment teilhaben lassen. Mein heruntergekommenes Aussehen, hervorgerufen durch die nervenzehrenden Arbeiten der letzten Tage, hat ihre Neugier geweckt. Auch hier: keine Infektion! Sie fanden es grausam. Erst nach einigen Bieren erfolgte eine Annäherung. Meine These vom 28.04. scheint sich zu bestätigen. Allerdings muss die Formel durch ein gewisses Grundniveau an musikalischer Härteorientierung erweitert werden.

01.05.
Stakkato, Tiefe, Wut, Wut, Stakkato, Mid-Tempo, Groooooove! **FEAR FACTORY-Einflüsse?? WUT

02.05.
Wer hat das geschrieben? Habe ich den letzten Eintrag verfasst? Seltsame Dinge geschehen. Eins steht fest: es hat eine Annäherung an das 2005er Werk „Chimaira“ stattgefunden. Verdammt ist das sperrig, verspielt und schwermütig! Was für ein Brocken! Mark Hunter keift und growlt fieser und mehr als zuvor, dennoch ist es die Gitarrenarbeit, die mal wieder Maßstäbe setzt. Tatsächlich erscheint so manches langsam in einem anderen Licht. „Impeding Doom“…zerfetzend, dunkel, böse! „Frozen in Time“: Gewalt und Chaos. Und über allem thront ein unheilvoller Schmerz.

03.05.
Der Schmerz wird stärker. Variierende Rhythmik, Breaks und Tempowechsel in jedem Song. Das walzende „Secrets of the Dead“, das seelenlos böse „The Disappearing Sun“ oder das progressiv-verspielte Instrumental “The Hurt of it All” nähern sich. Beklemmend, eine eigenständige Weiterentwicklung, eine Offenbarung für die Band, aber ein zähes, fanfernes Werk ohne Hits und Livepotential? Die Experimente müssen weitergehen…aber dieser Schmerz! Ist das die Infektion? Nein…ich muss…gehen…

04.05.
Wut, Stakkato…Wut***^2…?detcefnI?
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