Krypteria - My Fatal Kiss

Krypteria - My Fatal Kiss
Gothic Metal
erschienen am 28.08.2009 bei Roadrunner Records
dauert 47:42 min
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. Ignition
2. My Fatal Kiss
3. Why (Did You Stop The World From Turning)
4. For You I'll Bring The Devil Down
5. Deny
6. The Freak In Me
7. Never Say Die
8. Dying To Love
9. Shoot Me
10. God I Need Someone
11. Now (Start Spreading The Word)

Die Bloodchamber meint:

KRYPTERIA kommen aus der Domstadt Köln, haben ne koreanische, durchaus nett anzuschauende Sängerin am Start und gelten als das neue heiße Eisen im Gothic Metal Bereich, was ihnen in den einschlägigen Medien schon jede Menge (Vorschuss-)Lorbeeren eingebracht hat.

Soviel zu den nackten Fakten. Nach mehrfacher Einfuhr der neuen Platte „My Fatal Kiss“ kann ich aber nur sagen „Kommando zurück“, denn so toll, revolutionär und bahnbrechend sind die Rheinländer beileibe nicht; zumindest nicht aus der Sicht des durchschnittlichen Metal Fans. Zwar geht die Band bei einigen Songs (z.B. „Ignition“, „Shoot Me“) im Gitarrenbereich härter zu Werke, als man es eigentlich erwartet hätte und verschont uns auch mit einem Balladen Overkill, aber sowohl lyrisch als auch musikalisch bewegt man sich verdammt nahe an der Grenze zu Kitsch und Pomp, und überschreitet diese auch das eine oder andere Mal. Gerade noch hört man anständigen Gothic Metal mit ner wirklich guten Sängerin, die sich das Opern-Gejaule verkneift, dann plötzlich wähnt man sich in der guten, alten Hitparade mit Dieter Thomas Heck. „Bitte heißen Sie unsere nächsten Interpreten herzlich willkommen. Sie kommen aus dem schönen Rheinland und werden auch Sie verzaubern. Eine Melodie, ein Lied, ein Zauber. KRYPTERIA!“. Solche Bilder schießen einem bei unglaublich flachen Songs wie „Why (Did You Stop The World From Turning)“, „Deny“ (schrecklicher Refrain!) oder „God I Need Someone“ unweigerlich durch den Kopf. Hier geht die Band eindeutig zu weit und strapaziert das Nervenkostüm des Hörers weit über die normale Belastbarkeit hinaus.

Dennoch kann man nicht abstreiten, dass KRYPTERIA durchaus was von effektiven Songs verstehen, denn ein Großteil der Stücke ist mit dem Dieter Bohlen Effekt ausgestattet und gräbt sich somit unweigerlich ins Ohr hinein – selbst, wenn man das eigentlich weder möchte noch toll findet. Respekt hierfür!
Aber ich will mich jetzt hier auch nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, denn die Scheibe hat mit den bereits erwähnten Stücken „Ignition“ und Shoot Me“, aber auch mit „For You I’ll Bring The Devil Down“ oder dem Titeltrack gutklassiges Material an Bord, das man sich ruhigen Gewissens und ohne schlimmes Kopfkino mehr als einmal anhören kann. Für einen vorderen Platz in der Gothic Metal Liga reicht dies allerdings ganz sicher nicht.
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