Hypocrisy - A Taste Of Extreme Divinity

Hypocrisy - A Taste Of Extreme Divinity
Melodic Death Metal
erschienen am 23.10.2009 bei Nuclear Blast
dauert 50:05 min
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. Valley Of The Damned
2. Hang Him High
3. Solar Empire
4. Weed Out The Weak
5. No Tomorrow
6. Global Domination
7. Taste The Extreme Divinity
8. Alive
9. The Quest
10. Tamed (Filled With Fear)
11. Sky Is Falling Down

Die Bloodchamber meint:

Dass HYPOCRISY von den Schubladen her seit geraumer Zeit als Melodic Death Metal tituliert wird, ist keine Neuerung, meiner Meinung nach sogar eine Selbstverständlichkeit. Wenn ich mir nur den Opener anhhöre, „Weed Out The Week“ oder „Sky's Falling Down“, dann rücken eingängige Melodien das Stampfer-Merkmal der Vergangenheit schon arg in den Hintergrund.
Bei „Solar Empire“ beispielsweise wird auch deutlich, dass man beim Sound eher beim Power Metal als bei urigen Death Metal Produktionen angelangt ist. Die Aufnahme orientiert sich insgesamt tatsächlich viel mehr an modernen Sachen und Bombastischem. Gut, ob das wirklich überraschend und neuartig ist, das kann stark bezweifelt werden, doch man sollte es immerhin festhalten.

HYPOCRISY haben immer gezeigt, dass sie Songs mit Ohrwurmcharakter schreiben können, von denen andere Bands nur träumen. Eine Art Querschnitt durch ihre Schaffensperiode wurde ihnen vom Vorgänger-Rezensenten unterstellt und hier wäre diese Bezeichnung sicher nicht fehl am Platz. Aber der Hang zu den jüngeren Alben ist doch erkennbar und so zeigt man mit der Scheibe, dass man zwar die eigenen Glanzpunkte kopieren kann, aber immer noch ein nettes Sahnehäubchen dazu serviert, das den Gesamteindruck nicht so verbraucht klingen lässt. Die Schweden setzen auf Harmonie statt auf die Brechstange, auf ein ausgewogenes Songwriting statt auf knüppeldicke Momente. Das spaltet das Lager wohl in zwei Hälften, die sich natürlich nur durch den ach so schönen Begriff Geschmackssache definieren lassen. Aber diese Spaltung gab es, vermute ich, schon vor einigen Jahren, aber damals habe ich mich eher dafür interessiert, die Zahlen von 1 bis 10 zu lernen.

Die ewig dunkler und größer werdenden Augenringe von Peter mögen ab und an noch für ein Schmunzeln sorgen. Aber ich sehe es als das gezeichnete Leben eines Mannes, der seine Leidenschaft zur Musik in eine ewig währende Suche nach Abwechslung, Neuem, damit resultierenden unzähligen Nebenprojekten und eine unermüdliche Sucht zur Arbeit, die sein Hobby ist, zum Ausdruck bringt. Und diese Nebenprojekte scheinen mit zunehmendem Alter alle zu verschmelzen und nirgends schlägt sich das mehr als auf das „Projekt“ HYPOCRISY nieder. Man kann das verschreien wie man will, es finge an bei „die Wurzeln verraten“ und würde aufhören bei „den musikalischen Horizont erweitern“. Ich tendiere eher zu letzterem, denn Fleiß zahlt sich auch im Musikbusiness aus.

Und wenn ich das berücksichtige, respektiere und, vor allem, akzeptiere, dann ist mit „Taste Of Extreme Divinity“ ein Album gelungen, das in seiner Klasse und Eingängigkeit „Virus“ übertrifft. Der Stil muss dabei natürlich berücksichtigt werden, denn man kann es nicht mehr mit den ersten drei Alben vergleichen, auch wenn das unheimlich trve wäre. Es gibt hier im Prinzip genügend Songs mit Hitpotential, manch einer mehr und manch einer weniger.
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