Resonance Room - Unspoken

Resonance Room - Unspoken
Gothic Doom Metal
erschienen am 15.12.2009 bei My Kingdom Music
dauert 57:35 min
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. Unreason
2. Escape
3. Far From Grace
4. Maybe you are...
5. The Warmth of Life
6. Frost and Emptiness
7. Bloodred
8. A Prayer
9. Instants of Madness
10. While I´ll Burn
11. Unspoken

Die Bloodchamber meint:

Melancholie im sonnigen Italien…ja, auch das soll’s geben! Ob sich der schwermütige Baum auf dem Plattencover des Debütalbums von RESONANCE ROOM der Toskana zugehörig fühlt, bleibt an dieser Stelle ungeklärt. Fest steht: die sechsköpfige Band stammt aus Italien und zelebriert traurig-rockigen Gothic Metal im Stile von Vorreitern wie ANATHEMA oder KATATONIA. Insgesamt geht man ein Stück weit härter zu Werke und so meint man auch ein wenig THE OLD DEAD TREE aus dem musikalischen Konzept heraushören zu können, womit wir wieder beim Plattencover wären…

Schlussendlich umschreibt die Band ihren Sound selbst als „Emotional Gothic Doom“ und das passt schon recht gut, denn gefühlsbetont ist das hier Dargebotene allemal. Dazu trägt vor allem auch das auffällig inszenierte Keyboardspiel bei, das nahezu jeden Titel entscheidend mitprägt. Ebenso gefühlsecht kommt Sänger Alessandro Consoli daher, der mit einer unheimlich warmen und dennoch tristen Stimme den Stücken eine markante Intensität verleiht. Unterstützt wird er dabei durch den einen oder anderen Growleinsatz, der für die nötige Härte sorgen soll. Das erinnert nicht selten an die Landsmänner von NOVEMBRE, wobei deren Kälte und Dunkelheit nicht annähernd erreicht wird, dafür sind vor allem die Growls viel zu schwach. Dritte Auffälligkeit ist das recht progressive Gitarrenspiel, das durchaus Aufmerksamkeit vom Hörer verlangt. Der quasi Opener „Escape“ vereint bereits alle Stärken der Band in sich und dient als Aushängeschild. Richtig mitreißend ist auch der über acht Minuten lange Melancholiebrocken „Maybe you are…“. RESONANCE ROOM können aber auch weniger progressiv und weniger „gothisch“. So entpuppen sich „The Warmth of Life“ oder „A Prayer“ als recht treibende Rocknummern mit eingängigen Refrains. Viele Ideen haben sich auf der fast eine Stunde langen Scheibe verirrt und nicht wenig Abwechslung ist die Folge. Nicht alle Passagen zünden dabei gleichermaßen, das Gesamtbild stimmt jedoch positiv.

RESONANCE ROOM schicken den Hörer in verschiedene, meist eher traurige Gefühlswelten, verwenden hierfür unterschiedliche Stilmittel und bieten dadurch kurzweilige Abwechslung, die sich hören lassen kann. Dass der Sound insgesamt hier und da an Spannung verliert, ist bei einem Debüt durchaus nachzuvollziehen. Mir persönlich sagen Keyboardklänge nicht unbedingt zu, auch der recht schwache Growl-Gesang wirkt ausbaufähig, so dass es schlussendlich zu ordentlichen 6,5 Punkten reicht. Szene-Gurus dürfen sich angesprochen fühlen und eventuell noch den einen oder anderen halben Punkt oben drauf rechnen.
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