Claustrofobia - I See Red

Claustrofobia - I See Red
Death Thrash Metal
erschienen am 02.10.2009 bei Candlelight Records
dauert 52:11 min
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. Discharge
2. War Stomp
3. Minefield
4. Evil University
5. Alarm
6. Raining Shit
7. Don't Kill The Future
8. Our Blood
9. Natural Terrorism
10. I See Red
11. Tiro De Meta
12. Subconscious In Flames
13. Neia
14. Filha Da Puta (Ultraje a Rigor Cover)
15. Beneath The Remains (Sepultura Cover)

Die Bloodchamber meint:

Während die aktuelle Thrash Welle in den USA, England oder Deutschland immer mehr alte & junge Bands (wieder) zu Tage fördert, die sich meist recht deutlich an ein oder zwei der grundsteinlegenden, jeweils heimischen Bands der 80er orientieren, sind die Brasilianer von CLAUSTROFOBIA zwar schon seit 13 Jahren und einigen Alben unterwegs, verfolgen aber sonst einen ähnlichen Weg. Damit auch die Antagonisten der Schnellmerkerbewegung den Wink verstehen, endet „I See Red“ mit dem SEPULTURA Cover „Beneath The Remains“.

Davor allerdings gibt es so rohen, ungeschliffenen und sehr nahe am Death gebauten Thrash Metal wie er heute fast nur noch aus Sagen der Altvorderen bekannt ist. Gute Güte, was ein Inferno! Wie eine Naturgewalt, die - da ohne Bewusstsein - gar nicht erst über das Gefangene machen nachdenkt, braten CLAUSTROFOBIA dem Hören links, rechts, oben und unten eins über, und das nur zum Aufwärmen. Wenn Michael Douglas in Falling Down so rot gesehen hätte, wäre der Film heute ein Klassiker unter den Splatterfilmen, von Charles Bronson will ich gar nicht anfangen, der hätte ganze Landstriche eingeebnet.

Die Brasilianer lassen und nehmen kaum Zeit, um Luft zu holen oder einen Haken zu setzen, denn das könnte die in den vier Jahren seit dem letzten Release angestaute Wut zu sehr bremsen, die jetzt das Überdruckventil gesprengt hat. Mit unglaublich angefressenem, oft zu purem Growlen tendierendem Gesang und einer Irrsinnsgeschwindigkeit wird die Apocalypse beschworen und gleich selbst durchgeführt, denn bekanntlich kann man sich nur bei einer selbst erledigten Aufgabe sicher sein, dass sie ganz nach den eigenen Wünschen erfüllt wurde. Mit ganz wenigen Ausnahmen wie „Our (FUCKING!) Blood“, dem aus beunruhigendem Saitenklimpern bestehenden „Nëia“ und ein paar Spielereien am Liedanfang oder -ende bleibt die Abwechslung zwar ein wenig auf der Strecke, weil die Lieder aber mit der Wucht eines Bohrhammers ins Ohr eindringen und dank markanter Textzeilen dort auch bleiben, hat das kaum Auswirkungen auf den Hörspaß.

Wenn das Album nur etwas älter wäre, würde sich eine Wetten darauf anbieten, ob das nicht die Musik gewesen ist, die Mike Tyson früher vor dem Einmarsch in den Ring gehört hat, bevor er seinen Gegner dann binnen weniger Sekunden auf die Bretter schickte. Unglaublich aggressiv, brutal, schnell und gnadenlos!

Hört das Album um Himmels Willen nicht beim Einkauf im Supermarkt oder auf dem Weg zur Freundin, falls ihr am nächsten Tag nicht in der Zeitung stehen wollt. Sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt!
I SEE REEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEED!

Hmmm, vielleicht hätte ich das Review doch komplett in GROßBUCHSTABEN schreiben sollen...
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