Lord Agheros - Of Beauty And Sadness

Lord Agheros - Of Beauty And Sadness
Gothic Metal / Ambient
erschienen am 23.04.2010 bei My Kingdom Music
dauert 45:03 min
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. Prayer For A Memory
2. The Wave
3. The Last Forsaken
4. Svart Hemlangtan
5. Goodbye
6. The Quiet Inside The Storm
7. Old Throne
8. Dopo La Notte
9. Back To Innocence
10. Era Iornu
11. Dancing in The Dark (Orchestra Version) (Bonus track)

Die Bloodchamber meint:

Diese CD wird polarisieren, das ist schon mal Fakt. Evangelou Gerassimos heißt der Mann hinter LORD AGHEROS und kommt aus Italien, genauer gesagt, von der Insel Sizilien. Mit “Of Beauty And Sadness” hat der Mann das dritte Album veröffentlicht und wenn im Infoflyer Vergleiche mit SUMMONING oder ULVER gezogen werden, halte ich das für eine glatte Übertreibung, wenn nicht sogar für eine Lüge. Ich kann hier überhaupt nichts Vergleichbares zu den beiden genannten Ausnahmebands vernehmen. Die Musik des Italieners ist auch eine vollkommen andere. Etwas Ambient, etwas Gothic und zumeist rein instrumental gestaltet sich das Album und das ist der Knackpunkt; auf Dauer wirkt die Scheibe einfach nur langatmig. Wenn Künstler mit ihren Projekten DAS KAMMERSPIEL, NIHIL NOVI SUB SOLE oder ARDITI etwas aufnehmen, dann hat das Hand und Fuß. Bei LORD AGHEROS hingegen wirkt alles zu unausgegoren. Eine wirklich schöne Piano-Melodie wird von einem Drumcomputer begleitet, der sich anhört, wie bei der DDR-Combo ELECTRA in den 80er Jahren. Unterbrochen wird diese dann durch ellenlange monotone Klänge inklusive irgendwelcher Samples, die aus dem Film “Casablanca” stammen könnten. Hin und wieder kann man dann sowas wie eine Gitarre vernehmen und Evangelou krächzt heiser etwas ins Mikro. Das war es auch schon, was auf dem Album mit Metal zu tun hat.
Sicherlich hat “Of Beauty And Sadness” auch seine netten Momente. Piano- und Streichereinsätze (aus der Konserve, versteht sich) verschmelzen dann doch ab und an zu einem wunderschönen Guss von Melancholie. Der sechste Track z.B. heißt “The Quiet Inside The Storm”. Gut gewählt, denn hier gibt es dann sogar Black Metal-Elemente, die von ruhigem Piano unterbrochen wird. Allerdings klingen die Drums so dermaßen beschissen, dass man die Augen verdreht. Die Doublebass ist soweit im Vordergrund, dass sie sich anhört, wie ein Maschinengewehr. Evangelou grunzt und kreischt, bevor dann wieder das Piano eintritt.

Wie gesagt, es gibt ein paar schöne Momente auf dieser Scheibe, aber trotzdem ist dieses Album nicht Fisch und nicht Fleisch. Evangelou sollte sich besser für einen Stil entscheiden und nicht Gothic und Ambient miteinander kreuzen. Es gibt ein Ende besserer Bands in diesem Genre und mit “Of Beauty And Sadness” wird LORD AGHEROS untergehen.
-