Karelian Warcry - Verinen Taival Päättymätön Tie

Karelian Warcry - Verinen Taival Päättymätön Tie
Black Metal
erschienen am 30.03.2010 bei Winter Sunset Records
dauert 50:00 min
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. 1:10
2. Taakka
3. Kuolemasi
4. Isäni Haudalla
5. Verinen Taival
6. Samanlaiset Saappaat
7. Neito
8. Unohdettu
9. Muisto
10. 3x1/10"
11. Ahne

Die Bloodchamber meint:

Die Karelen sind ein Volk, das der finno-ugrischen Völkergruppe zugehört und vor allem im heutigen Russland nahe der finnischen Grenze beheimatet ist. Trotz umfassender Nachforschungen ist mir nicht klar geworden, ob es zwischen den Karelen und KARELIAN WARCRY eine Verbindung gibt, die über den Namen hinaus geht, zumal die Band aus Finnland kommt. Jedenfalls scheint es mit der kriegerischen Vergangenheit dieses Ostseevolks nicht so weit her zu sein, wenn sich ihr Kriegsschrei derart gestaltet, wie wir ihn auf "Verinen Taival, Päättymätön Tie" zu hören bekommen. Wer seinem Gegner Angst und Ehrfurcht einflößen will, muss schon etwas mehr aufbieten als die Jungs aus Kouvala.

KARELIAN WARCRY machen Black Metal. Er ist roh und ungeschlacht, die Produktion eher mittelmäßig und die Songs nicht anders. Wir haben es mit einem Album zu tun, das sich an keiner Stelle in die Nesseln setzt und das frei von Peinlichkeiten oder gröberen handwerklichen Schnitzern ist, allerdings versteht es auch nicht zu begeistern. Die vier Herren orientieren sich an den altbekannten Vorbildern, mal klingt eine dicke Portion DISSECTION wie im Intro mit, mal wieder ein wenig von den umstrittenen Landsleuten HORNA, allerdings jeweils ohne die Energie und den Charme der Originale.

Zwischendurch kommen immer wieder mal nette Ideen zum Vorschein, die das Dickicht der Langeweile durchbrechen. Bei "Isäni Haudalla" wird der Chorus von einem männlichen Chor unterstützt und gewinnt hierdurch immens. Bei "Neito" wird eine Frauenstimme dezent eingesetzt, ohne dabei allerdings ins Kitschige abzudriften. An solchen Stellen gewinnt das Album tatsächlich eine solide Qualität und weckt beim Hörer zustimmende Gefühle. Doch dies kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir es hier insgesamt mit Durchschnittsware zu tun haben, die einfach zu häufig ein wenig lahm, vorhersehbar und unoriginell ist. Die Vocals sind Standard und langweilen auf Dauer durch ihre Eindimensionalität, der Gitarrensound ist insgesamt suboptimal geraten und bedarf beim nächsten Album einer dringenden Überarbeitung. Das hohle Röhren, das die Saitenfraktion ein ums andere Mal erzeugt, weckte bei mir Assoziationen zu Küchengeräten und das kann einfach kein gutes Zeichen sein.

Letztlich tun KARELIAN WARCRY niemandem weh, aber brauchen tut dieses Album auch keiner. Darüber kann auch das interessante Coverartwork nicht hinweg trösten. Und einen Kriegsschrei darf man sich letztlich doch anders vorstellen.
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