Résistance [FR] - A Tale Of Decadence

Résistance [FR] - A Tale Of Decadence
Thrash Heavy Metal
erschienen am 15.12.2010 bei Emanes Metal Records
dauert 66:00 min
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. The Preach
2. Loss Of Innocence
3. The Bloody Nun
4. A Premature Burial
5. Conjurer Of Fate
6. A Silent Kill
7. Revenant
8. The Rape
9. In Expiation Of His Crimes

Die Bloodchamber meint:

Was Theatralik im Heavy Metal angeht haben HELL in diesem Jahr nicht nur Maßstäbe gesetzt, sondern wohl auch die ein oder andere Skala dermaßen durchbrochen, dass RÉSISTANCE trotz einem halben Jahr Vorsprung bei der Veröffentlichung dagegen kaum anstinken können. Die Verquickung aus Drama, einer klassischen Geschichte – die gothic novel „The Monk“ von Matthew Lewis liegt „A Tale Of Decadence“ zugrunde – und griffigem Heavy trifft Thrash Metal setzt dennoch ein unterhaltsames, nicht alltägliches Zeichen, mit Abstrichen.

Die dem Quellwerk zur Erscheinungszeit unterstellte Unanständigkeit haben die Franzosen in recht unernst wirkender Manier umgesetzt; bevor man zu lahmem Präzisionshandwerk greift setzt das Trio lieber etwas mehr Cheesyness und Spaß ein. Gesprochene Zeilen mit Theatergestus, choralartige Gesänge als Hintergrunduntermalung oder ein Gebet an den Herrn der Unterwelt und ein abschließender wahnwitziger Schrei (beides in „Conjurer Of Fate“) sorgen für Auflockerung und Belustigung, beeinflussen allerdings auch den Fluss der Platte nicht zu knapp, weil man immer wieder damit rechnen muss, dass eine schwungvolle Minute in Effekten endet, die vor allem dem Konzept geschuldet scheinen. Die Geschichte soll erzählt werden, also muss sie auch erzählt werden.

Dabei hat die Musik einige Momente, die gut und gerne für sich selbst stehen könnten, das treibende „The Rape“ mitsamt stumpf nach vorn holzendem Schlagzeug ist ein Beispiel oder auch ein paar Einfälle an der Gitarre wie in „In Expiation Of His Crimes“. Aber an der Umsetzung hapert es doch etwas. Was instrumental noch voll in Ordnung geht, wird von dem beim besten Willen nicht ernstzunehmenden Gesang mit Schwung wieder eingerissen. Für die Theatralik und den verwendeten Hall ist die klare, halbwegs tiefe Stimme nicht ausreichend voluminös, was die Chose von der Unterhaltungsecke in die Parodiekammer befördert. Die raue Variante in den thrashigen Momenten ist dagegen immerhin nur reichlich unauffällig.

Positiv betrachtet langweilt „A Tale Of Decadence“ wegen dem ganzen Spektakel und der guten Momente auch bei wiederholtem Anhören kaum, nur die 25 Minuten Leerlauf für 20 Sekunden verstecktes Gebrabbel beim letzten Track sind eine Frechheit. Negativ betrachtet ist die Ausführung und Umsetzung einfach zu lax, am Gesang fast schon albern, um eine gute Note zu rechtfertigen.
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