Emmure - Speaker Of The Dead

Emmure - Speaker Of The Dead
Death Metal / Metalcore
erschienen am 18.02.2011 bei Victory Records
dauert 38:13 min
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. Children Of Cybertron
2. Area 64-66
3. Dogs Get Put Down
4. Demons With Ryu
5. Solar Flare Homicide
6. Eulogy Of Giants
7. Bohemian Grove
8. 4 Poisons 3 Words
9. Cries Of Credo
10. Last Words To Rose
11. A Voice From Below
12. Drug Dealer Friend
13. My Name Is Thanos
14. Lights Bring Salvation
15. Word Of Intulo

Die Bloodchamber meint:

Ähnlich wie die Genrekollegen BRING ME THE HORIZON versuchen EMMURE ihrem Deathcore-Sound auf dem aktuellen Album „Speaker Of The Dead“ einen originellen Touch zu verleihen. Anders als die Briten, die mit ihrer letzten, ewig lang betitelten Scheibe selbst Genre-Verächtern an anerkennendes Nicken abgewinnen konnten, scheitern sie an dieser Herausforderung jedoch auf nahezu ganzer Linie. Das liegt vor allem an den mangelhaften songschreiberischen Fähigkeiten und dem Versuch, diese hinter plakativer Aggressivität zu verstecken.

Präsent sind hier vor allem die mal groovenden, mal Stakkato-artigen Riffs, die nahezu keine Variation kennen. Das drückt anfangs natürlich angenehm in die Magengrube, verliert aber nach seiner drölfzigsten Wiederholung an Durchschlagskraft. Den gleichen Schiffbruch erleiden die fast durchweg vorhersehbaren Breakdowns, deren Wirkung spätestens beim vierten Song einfach nur verpufft. Das durchgängig auf hohem Level gehaltene Brutalo-Level gönnt dem Zuhörer bis auf ein paar langsamere Stücke, die mit nicht unangenehmen atmosphärischen Gitarrenparts unterlegt sind, keine Pause und strengt allerspätestens nach der Hälfte der Platte – die zwar nicht wirklich lang ist, aber einfach unheimlich lang erscheint – einfach nur noch an.

Bemüht aufgeblasen wird alles dazu mit vielen elektronischen Spielereien, die den Sound ein wenig in Richtung Industrial schlittern lassen. Den kühlen, leidenschaftslosen Charakter der Musik unterstützt das allemal. Richtig nervig wird es dann, wenn neben der hysterischen Kreischstimme noch halb gerappte Vokalparts zum Einsatz kommen, die einen schalen Nu-Metal-Nachgeschmack hinterlassen. Too much ist dazu passend auch die Produktion, an der so gut wie nichts mehr natürlich klingt. Man könnte sich gut vorstellen, dass das komplette Album an einem Computer entstanden ist, so freundlich und beseelt knallt der Sound aus den Boxen.

EMMURE gehören mit diesem nervtötenden Stück Musik also nach wie vor zu den verzichtbaren Bands des Deathcore-Trends. Die Kids werden das seelenlose Teil aber bestimmt dennoch abfeiern.
-