Waldgeflüster - Femundsmarka

Waldgeflüster - Femundsmarka
Black Pagan Metal
erschienen am 27.05.2011 bei Black Blood Records
dauert 52:28 min
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. Prolog - Aufbruch
2. Kapitel I - Seenland
3. Interludium I - Rast
4. Kapitel II - Steinwüsten
5. Interludium II - Nacht
6. Kapitel III - Fichtenhain
7. Epilog - Heimkehr

Die Bloodchamber meint:

Wühlt man sich durch die ganze Bandbreite an Pagan Metal Bands, stellt man oft fest, wie viele verschiedene Spielarten es eigentlich innerhalb dieser Genres gibt. Es gibt typisches Party Pagan-Gedudel der Marke EQUILIBRIUM, stumpfes Gehaue á la heutige VARG, aber auch lyrisch und musikalisch anspruchsvolle Musik wie die zahlreicher Bands, die ihre Kunst mit schwarzmetallenen Einflüssen verbinden. WALDGEFLÜSTER sind eine dieser Gruppen. Bereits das Debütalbum des Projektes vom durch SCARCROSS („Wie macht man Metal?“) bekannt gewordenen Winterherz konnte viele Kritiker überzeugen. Ein guter Grund also, eine weitere Scheibe hinterher zu schieben.

Laut eigener Aussage entstand eben jenes Album mit dem wohlklingenden Namen „Femundsmarka“ auf oder durch eine Wanderreise mit Winterherz’ Bruder durch Skandinavien, das ihn zu diesem Stück Musik inspirierte.
Passend dazu sind immer wieder Wandergeräusche und akustische Stellen eingebaut worden, die an Lagerfeuermusik erinnern. Unterstrichen werden jene bereisten Landschaften durch fernes Vogelzwitschern und viele andere Laute, ein sehr gutes Beispiel hierfür ist der Opener, der bereits Fernweh erzeugt.
Mit dem ersten Kapitel geht es dann erst richtig los und dieses wundervolle Stück entpuppt sich als eines der besten Pagan Black-Lieder, die dieses Jahr auf einer Veröffentlichung zu hören waren. Wunderschön vor sich hin flirrende Leadgitarren, durchgängig melodisches Black Metal-Riffing und eine dabei aufgebaute Atmosphäre, die teils bereits in ALCESTsche Gefilde hineinlugt. Der Gesang gestaltet sich auf dem Silberling nach dem Muster, dass grundsätzlich heißes Krächzen vorherrscht, in den dazu perfekt passenden Momenten aber auch hymnenhafter oder sphärischer Klargesang und an den dramatischen Stellen depressives Heulgekreische eingesetzt wird.
„Femundsmarka“ ist weiterhin ein Konzeptalbum, was an den Songtiteln deutlich wird. Beginnt es noch mit dem „Aufbruch“, reist man zu „Steinwüsten“, zu einem „Fichtenhain“ und beschreibt dabei die Schönheit des „Seenlandes“, legt zwischendurch aber auch eine „Rast“ ein, um sich im Epilog der „Heimkehr“ zu widmen. Das Durchhören dieses Albums kommt also nicht nur musikalisch einer Reise durch ein fernes Land gleich.
Mit „Interludium II – Nacht“ gibt es gar ein reinrassiges Depressive Black Metal-Lied zu bestaunen.

Liest man diese Zeilen, kommt man nicht umhin anzumerken, dass WALDGEFLÜSTER durchaus in der Lage sind, sehr vielseitige und erst recht hochemotionale Musik zu schaffen. War das Debüt bereits als gut einzustufen, sichert sich „Femundsmarka“ diesmal einen Platz in den obersten Riegen des deutschen Pagan Black Metals in einer Ecke, in der ansonsten nur Bands wie AASKEREIA oder ODAL anzutreffen sind. 9 Punkte nach Rosenheim!
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