Brymir - Breathe Fire To The Sun

Brymir - Breathe Fire To The Sun
Epic Pagan Metal
erschienen am 27.05.2011 bei Spinefarm Records
dauert 54:17 min
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. Intro
2. Unconquerable
3. In Silence
4. A free Man's Path
5. Burning within
6. Withering Past
7. Cycle of Flame
8. Ragnarök
9. Retribution
10. Breathe Fire to the Sun

Die Bloodchamber meint:

2006 gegründet sahen sich die jungen Finnen von BRYMIR dazu auserkoren, die Welt um eine Pagan Metal-Band zu bereichern. Heutzutage eigentlich ziemlich unnötig, um die Gedanken vieler zu Neugründungen im heidnischen Metier in Worte zu fassen. Die Gruppe mit dem irgendwie dämlichen Namen hatte allerdings von Anfang an klare Vorstellungen, wem sie nacheifern wollen. Unter dem Ursprungsnamen LAI LAI HEI gewannen sie einen Bandwettbewerb mit einem Cover des Songs „Token of Time“ – von ENSIFERUM.

Dabei ist unter anderem genau dieser Name Programm. Jedoch erst auf den zweiten Blick, auf den ersten Blick weckt das Epic vor dem Pagan Metal nämlich eher unangenehme Vermutungen in Form von kitschigen Plastik-Keyboardwänden, die jeden guten Ansatz zukleistern. Nach dem Intro und dem darauffolgenden „Unconquerable“ stellt man dann fest, dass man mit diesem Gedanken gar nicht mal so daneben lag. Massive und in den Vordergrund gedrängte Stromorgeln, wohin man auch die Ohren lenkt. Allerdings ist der grundlegende Unterschied zu anderen Bands mit dem Prädikat „Epic“, dass die Keyboards intelligent mit den Gitarren verwoben werden um diese zu erweitern, wodurch eine Art Pagan Metal mit erheblicher Soundtrack-Breitseite entsteht.
Erhält man den Durchblick durch die keyboardlastigen Kompositionen, stechen einem jedoch auch viele geile Gitarrenmelodien ins Auge, die im Gesamtbild oft sehr stark an ENSIFERUMs letztes Album erinnern, gerade der Krächzgesang könnte von Petri selbst stammen. In einer Hinsicht schaffen BRYMIR allerdings, was „From Afar“ manchmal versucht, aber nicht ganz hinbekommen hat. Und zwar monumentale Epen zu erschaffen, die in ihrer erschlagenden Wucht gar wie Themes zu Historienfilmen wirken. So zum Beispiel das absolut geniale „Withering Past“, das rasante „Cycle of Flame“, welches teils von WINTERSUN oder TURISAS in besser stammen könnte, oder der über Strecken angenehm doomige Titelsong, der gerade mit seinen finnisch schwermütigen Phasen punkten kann. Der absolut fette und wie ein Dampfhammer in die Fresse sausende Sound tut da sein Übriges.
Ein weiterer Pluspunkt der jungen Finnen ist indes ihr hoher Abwechslungsreichtum, der auf „Breathe Fire to the Sun“ stark zur Geltung kommt. Dieser treibt BRYMIR allerdings auch auf Pfade, die sie besser unbeschritten lassen sollten. In beinahe jedem Lied versucht sich die ambitionierte Truppe leider daran, in kurzen Breaks wie eine symphonische Black Metal-Band zu klingen, was den Höreindruck wirklich schmälern könnte, würde es nicht gleich danach wieder mit den 1a Gitarrenmelodien weitergehen.

Nach fünf Jahren des Reifens haben BRYMIR ein wirklich schönes Brett vorgelegt, welches gut als Beispiel gegen die Kritiker epischen Metals eingesetzt werden könnte. Gerade als leicht enttäuschter Hörer von "From Afar" sollte man mal ein Ohr riskieren. Nicht selten denkt man sich nämlich, dass auf „Breathe Fire to the Sun“ das vertont wurde, was ENSIFERUM versucht, aber nicht immer geschafft haben.
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