Sinner - One Bullet Left

Sinner - One Bullet Left
Heavy Metal
erschienen am 09.09.2011 bei AFM Records
dauert 50:33 min
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. The One You Left Behind
2. Back On Trail
3. Give & Take
4. One Bullet Left
5. 10 2 Death
6. Haunted
7. Atomic Playboys
8. Suicide Mission
9. Wake Me When I'm Sober
10. Mind Over Matter
11. Mend To Be Broken
12. Rolling Away

Die Bloodchamber meint:

Weder müde noch leise ist Mat Sinner trotz mehr als 30 Jahren ununterbrochenem Werken in Bands von PRIMAL FEAR bis VOODOO CIRCLE und ungezählten Beteiligungen an anderen Projekten geworden und hat dabei auch immer seine Band SINNER in Gang gehalten. Die Erfahrungen und immer mal wieder wechselnden Musiker an seiner Seite haben die SINNER Alben musikalisch in Bereiche von Hard Rock bis nah an Power Metal („The End Of Sanctuary“) geführt, dennoch waren sie meist unverwechselbar, neben dem Gesang von Mat vor allem wegen der meist vorhandenen kernigen Knackigkeit der Riffs und dem obligatorischen und regelmäßigen Augenzwinkern einiger Texte.

Mit stattlichen drei Gitarristen, die auf „One Bullet Left“ zu hören sind, kommen die Riffs natürlich nicht zu kurz, trotzdem wirken viele Lieder ein bisschen sehr zurückhaltend und fast schon zaghaft. So gerät der Einstieg mit dem recht eleganten „One You Left Behind“ und dem sanftmütigen „Back On Track“ weniger Pauken schlagend, als man es sich hätte wünschen können. Nimmt man dann unter anderem noch den Titeltrack, dem man bei diesem Namen einen wesentlich deutlicheren Ton in der Ansprache unterstellen durfte, entsteht ein, ehrlich gesagt leicht enttäuschender, Eindruck von Heavy Rock Altersmilde: Man macht zwar gerne noch den auf den Tisch hauenden Maxe, aber nur noch an einem („10 2 Death“) oder maximal zwei (Teile von „Give & Take“ & „Suicide Mission“) Tagen der Woche. Den Rest der Zeit braucht man zum Sinnieren („Haunted“) oder Ausnüchtern vom Rockerleben („Wake Me When I’m Sober“ mit sehr prägnantem Refrain).

Schöne Melodien hin und feine mehrstimmige Backgroundgesänge her, aber wenn das auffälligste Lied eines Albums ein Cover ist („Atomic Playboys“, im Original von Steve Stevens und mit der grandiosen Zeile „Atomic Playboys – we’re Radiation Romeos!“), spricht das nicht wirklich für die eigenen Lieder. Gerade die drei Gitarristen hätte man für meinen Geschmack wesentlich schneidiger inszenieren und mehr von der Leine lassen können, statt sich so deutlich auf die Melodien und die Refrains zu stützen, was die Kernigkeit fast allein bei Mats Gesang in vielen, nicht allen, Strophen zur Geltung kommen lässt.

Bei fünf erfahrenen Profis kann man sich zwar darauf verlassen, dass kein Käse rauskommt, aber auf der anderen Seite sollte man auch darauf vertrauen können, dass nicht einfach das Routineprogramm abgespult wird. Leider ist genau das der Eindruck, den „One Bullet Left“ hinterlässt. Qualitativ gut, aber sowohl im Hinblick auf die SINNER Diskografie als auch zur Heavy / Hard Rock Konkurrenz nicht mehr als eine nette Routineübung.
-