Enthroned - Obsidium

Enthroned - Obsidium
Black Metal
erschienen am 16.03.2012 bei Agonia Records
dauert 41:40 min
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. Sepulchred Within Opaque Slumber
2. Nonus Sacramentvm - Obsidium
3. Horns Aflame
4. Deathmoor
5. Oblivious Shades
6. The Final Architect
7. Petraolevm Salvia
8. Oracle ov Void
9. Thy Blight Vacuum

Die Bloodchamber meint:

Es gibt Grund zur Freude: Die bösen Belgier sind wieder da! Und so, wie sie beim letzten Mal aufgehört haben, machen sie diesmal wieder weiter. ENTHRONED bieten auf ihrem neunten Full Length Album wieder einmal furiosen, technisch versierten und vielschichtigen Black Metal. "Obsidium" reiht sich schon allein optisch perfekt in die aktulle Phase ihres Schaffens ein. Hält man "Tetra Karcist", "Pentagrammaton" und die aktuelle Scheibe nebeneinander, drängt sich die Ähnlichkeit förmlich auf. Und was schon aussieht wie ENTHRONED mit Nornagest an den Vocals, das hört sich auch genau so an.

Wer eines der letzten Alben kennt, weiß also, was hier auf ihn zukommt. Es ist eine traditionsbewusste, aber dennoch moderne Black Metal-Variante. Es gibt eine Menge rasanter Passagen, in denen geblastet wird, was das Zeug hält, aber immer wird auch reichlich variiert, sodass das hohe Aggressionspotenzial nie in Stumpfsinn ausartet. Der Sound ist absolut dicht, die Produktion transparent, ohne aufpoliert zu wirken. Wie man es von den letzten beiden Alben bereits kennt, werden gerne kleine Einsprengsel zur Auflockerung und atmosphärischen Fokussierung eingestreut, wobei besonders tiefe männliche Chöre, die immer subtil im Hintergrund gehalten werden, besonders hervorzuheben sind.

Das Songmaterial bietet reichlich Abwechslung, auch wenn an jeder Ecke dick ENTHRONED draufsteht. Aus dem insgesamt hohen Niveau stechen aber Nummern wie "Horns Aflame" oder "The Final Architect" noch einmal besonders heraus. Dass die Belgier nach all den Jahren ein Gespür dafür entwickelt haben, was einen Hit im Black Metal ausmacht, haben sie bereits mehrfach bewiesen. Hier liefern sie noch einmal nach und zwar auf altbekanntem Niveau. Im engen Rahmen, den sie sich gesteckt haben, beweisen Nornagest und Co. dazu noch die Bereitschaft zum Experiment. Und wo macht sich der Versuch von etwas Neuem besser als in der Schlussnummer? "Thy Blight Vacuum" kommt etwas gewöhnungsbedürftig daher, weil die Tempowechsel in diesem Stück nicht abrupt vollzogen werden, sondern in Form eines An- und Abschwellens der gesamten Instrumentierung. Es klingt wenig spektakulär, bricht aber durchaus mit einigen Hörgewohnheiten des klassischen Metalheads.

Die Bilanz ist wenig spektakulär, dafür aber umso schöner. ENTHRONED haben sich längst gefunden und fühlen sich in ihrer musikalischen Haut offenkundig immer noch wohl. "Obsidium" schließt nahtlos an "Pentagrammaton" an und jeder Freund ihrer letzten Alben kann ohne zu zögern zugreifen. Auch wenn es immer noch nicht überall durchgedrungen ist, ENTHRONED spielen ganz oben mit und haben sich in den letzten Jahren absolut fest in den Spitzenrängen der Black Metal-Szene etabliert. Jeder Freund dieses Genres, der es noch wagt die Belgier zu übersehen, hat definitiv etwas verpasst.
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